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„Es sind die kleinen Dinge“, sagt Susanne Dieudonné

WAS MICH BEGEISTERT „Es sind die kleinen Dinge“, sagt Susanne Dieudonné

Es sind die kleinen Dinge, die mich in Entzücken versetzen können, die Dinge und Worte, die meist nicht auf den ersten Blick und mit dem ersten Hinhören erfasst werden.

Es sind die kleinen Dinge, die mich in Entzücken versetzen können, die Dinge und Worte, die meist nicht auf den ersten Blick und mit dem ersten Hinhören erfasst werden. Deshalb beginne ich meinen Tag nicht ohne die Worte, die ich in dem kleinen Heftchen „Das tägliche Wort“ aus dem Frick-Verlag lese. Sie begleiten mein Tun und tragen mich durch den Tag. Es begeistert mich, wenn ich an einem ruhigen Herbstmorgen mein Wirken in den Sonnenaufgang hinein beginnen darf. Es löst ein Gefühl tiefer Verbundenheit aus, wenn ein Mensch, den ich gar nicht kenne, mir auf der Straße im Vorübergehen zulächelt. Es entzückt mich, wenn nach langem Proben die Kinder im Kinderchor zum ersten Mal einen Ton sauber abnehmen können. Ich freue mich, wenn ich zu einer Probe mit mir fremden Menschen komme und spüre, dass hier gleich etwas ganz Wundervolles passieren wird. So ging es mir kürzlich bei zwei Aufführungen des Messias von Händel in Neustadt und Oldenburg.

 

LN-Bild

Susanne Dieudonné stammt aus dem Saarland und lebt nun schon seit 15 Jahren in Ratzeburg. Sie ist Sopranistin und freiberuflich als Konzertsängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin tätig. Außerdem schreibt sie Gedichte.

Quelle: Foto: Jan Baruschke

Es begeistert mich, wenn ich auf Menschen treffe, die sich Gedanken um unsere Erde machen, darüber, wie unser gemeinsames Zuhause gerettet werden kann. Deshalb bin ich Mitglied bei Greenpeace, deshalb kommt aus meinen Steckdosen Ökostrom.

Ich liebe es, lange Spaziergänge zu machen, den Vögeln zu lauschen, das Mäuschen am Wegesrand zu beobachten und dem unverhofft entdeckten Käfer seinen Platz nicht streitig zu machen. Mich erfreuen Gedichte, auch zeitgenössische, wie sie in der Zeitschrift „Das Gedicht“ (Hrsg. Kusz/Leitner) zu lesen sind.

Mich erfreuen Geschichten von Menschen für Menschen über Menschen, weshalb ich besonders historische Romane liebe. Immer wieder gelesen habe ich „Désirée“ von Annemarie Selinko .

Glücklich bin ich, wenn es mir in meinen Konzerten gelingt, Gefühle so zu transportieren, dass sie im Zuhörer lebendig werden, weil sich die Begeisterung damit teilend potenziert. Was für ein Vergnügen ist es für mich, wenn ich in meiner Arbeit als Sängerin im Liedkomponisten einen Geist entdecke, der dem des Dichters entspricht und dem es gelingt, mit seinen Tönen das Wort zu erläutern und zu erhöhen.

Franz Schubert ist für mich ein solcher Komponist und ihm ist auch mein nächster Liederabend gewidmet: „Du holde Kunst oder die wahre Liebe des Franz Schubert“ . Die Geschichte dieser einzigartigen Liebe habe ich selbst geschrieben, Sie können die Erzählung um Schuberts wahre Liebe und seine ausdrucksstarken Liedkompositionen am 4. November um 20 Uhr in der Essigfabrik in Lübeck hören. Vielleicht können wir dann in der Pause noch über die eine oder andere Kleinigkeit plaudern, die uns begeistert?

LN

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