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Kultur im Norden „Etwas Einmaliges hat seinen Preis“
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09:53 12.01.2016
Christoph Lieben-Seutter. Quelle: dpa

Was können Sie über das Eröffnungskonzert am 11. und 12. Januar 2017 schon verraten?

Christoph Lieben-Seutter: Ich kann verraten, dass natürlich das Residenzorchester der Elbphilharmonie, das NDR-Sinfonieorchester unter Thomas Hengelbrock, das Recht der ersten Abende hat. Wer noch dabei sein wird und wie das Programm aussieht — das werden wir im April bekannt geben, wenn auch der Fahrplan der ersten Monate vorgestellt wird.

In Lübeck gibt es bauliche Probleme mit der Musik- und Kongresshalle, in Kiel ist der Konzertsaal Schloss in Gefahr. Man befürchtet, dass die Elbphilharmonie bald die Hochkultur aus Schleswig-Holstein absaugen wird. Berechtigt?

Lieben-Seutter: Die Furcht ist der hohen Attraktivität der Elbphilharmonie geschuldet. Aber ich bin mir sicher, dass die Veranstalter, die jetzt in Lübeck und Kiel engagiert sind, auch in Zukunft ihre Konzerte dort veranstalten. Die Lübecker Philharmoniker werden nicht zu uns ausweichen. Und beim Schleswig-Holstein Musik Festival sagt ja schon der Name, wo es hingehört.

Werden SHMF-Konzerte in der Elbphilharmonie stattfinden?

Lieben-Seutter: Selbstverständlich, so wie jetzt auch. Hamburg ist ja ein Spielort des Festivals. Ich bin mit SHMF-Intendant Christian Kuhnt übereingekommen, dass diejenigen Konzerte, die jetzt in der Laeiszhalle stattfinden, künftig in die Elbphilharmonie kommen. Aber seien Sie beruhigt, es wird keine Verlagerung von Schleswig- Holstein nach Hamburg geben.

Haben die Hamburger mit der Philharmonie ihren Frieden gemacht?

Lieben-Seutter: Ich habe stark das Gefühl, dass die Hamburger wieder begeistert sind. Das war zwischenzeitlich nicht so — vor allem wegen der Kostensteigerungen. Ich höre aber kaum noch ein negatives Wort.

Ist der Bau sein Geld wert?

Lieben-Seutter: Absolut. Wir kriegen etwas Einmaliges, und etwas Einmaliges hat seinen Preis. Man muss das Gebäude nur anschauen, dann weiß man, dass so etwas nicht billig zu haben ist.

Allerdings: Wenn man ein paar Fehler nicht gemacht hätte, wäre die Stadt um ein- oder zweihundert Millionen Euro billiger davongekommen. Es ist anders gekommen, und das ist schade.

Interview: Michael Berger

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