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Euroimmun gibt der Kunst Raum

Dassow Euroimmun gibt der Kunst Raum

Künstlerin kooperiert in Dassow für ein internationales Projekt mit Medizinunternehmen.

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Die Künstlerin Anke Müffelmann steht im Unternehmen Euroimmun in ihrer Skulptur „Selbstbild mit Ratte (gesund) — Fremdbild mit Affe (krank)“. Das Werk wird zunächst in Dassow ausgestellt, später in Eutin, Lübeck und Ahrensburg.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Dassow. Euroimmun hatte bereits Besucher aus vielerlei Ländern. Nun ist im weltweit erfolgreichen Unternehmen die zeitgenössische Kunst zu Gast. In Dassow hat es der Kieler Künstlerin Anke Müffelmann Material, Zeit, Aufmerksamkeit und Geld gegeben, um im Rahmen des internationalen Projektes „Kunst-Betriebe“ eine Skulptur zu gestalten, die auch in Lübeck, Eutin und Ahrensburg gezeigt werden wird.

Wie elf weitere Künstler aus Deutschland und Dänemark, stellte sich Anke Müffelmann der besonderen Projektidee der Lübecker Künstlerin und Kuratorin Bettina Thierig: Künstler erstellen Skulpturen mit den Werkstoffen von Betrieben — keine leichte Aufgabe in einem Unternehmen für medizinische Labordiagnostika, aber eine Inspiration für Anke Müffelmann. Sie hat sich mehrere Tage im Betriebsstandort Dassow umgesehen, mit Mitarbeitern gesprochen, Strukturen im Untersuchungsmaterial und im Betrieb erkannt und für ihr Werk genutzt. Dabei gewährte ihr Euroimmun alle künstlerischen Freiräume. Das gilt für das Projekt „Kunst-Betriebe“ insgesamt, unterstrich gestern Can Özren, Pressesprecher der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. Er erklärte in Dassow: „Die Künstler entscheiden selbst, mit welchen Materialien sie arbeiten und was sie gestalten.“

Anke Müffelmann berichtet: „Für meine Arbeit habe ich fotografische elektromikroskopische Aufnahmen von Gewebestrukturen in dreidimensionale keramische Oberflächen vergrößert und umgewandelt.“ Über die Beschäftigung mit dem Gewebe von Tieren kam die Künstlerin zu den Gedanken, dass „biologisches Material“ nicht nur in der Medizin verwendet wird, sondern ebenso in der Kunst, und dass Tierbilder in dem Verhältnis zwischen Selbstbild und Fremdbild eine wichtige Rolle spielen können. Als Beispiele nennt Anke Müffelmann „Selbstbild mit Affe“ von Frida Kahlo, „Selbstbild mit Ratte“ von Wolf Wondraschek und „Selbstbild mit Pelzrock“ von Albrecht Dürer. Die Steinsockel für ihre keramischen Objekte ließ die Künstlerin von Euroimmun aus Material herstellen, dass das Unternehmen in vielen Zweigstellen verwendete. „Als weiterer Aspekt der Identifikation habe ich Kittel der Firma Euroimmun verwendet, die ich mit Hilfe der Latexstrukturen in der Oberfläche punktuell verändert habe“, ergänzt Anke Müffelmann.

Finanzvorstand Axel Blankenburg sagte gestern zur Künstlerin: „Ich bewundere Ihre Kreativität.“ Auch bei Euroimmun seien Ideenreichtum und Erfindungsgabe wichtig. Kreativität werde vom Unternehmen gefördert — durch einen Bildhauerkurs unter professioneller Leitung beispielsweise.

Die Stiftungen der Sparkasse Holstein, die Stiftung der IHK zu Lübeck und die Possehl-Stiftung fördern das Projekt „Kunst-Betriebe“. Ein Ziel ist, das gegenseitige Verständnis zwischen Wirtschaft und Kultur zu fördern. Bettina Thierig erklärt: „Es entsteht eine Win-Win-Situation für beide Seiten, denn die Künstler erhalten Einblicke in die Produktion und lernen die Betriebe von innen kennen. Das fördert auf beiden Seiten die Identifikation und bringt neue Ideen für Kooperation hervor.“

Das laufende Projekt „Kunst-Betriebe“ ist das zweite seiner Art. Das erste initiierte Bettina Thierig 2012. Unter den Teilnehmern war damals das Natursteinwerk des Unternehmens Rechtglaub-Wolf in Selmsdorf.

Die Zusammenarbeit mit der Firma Euroimmun war für meine künstlerische Arbeit sehr interessant.“Anke Müffelmann (52), Künstlerin

Jürgen Lenz

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