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Kultur im Norden Eutiner Festspiele im Aufwind
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19:12 17.08.2018
„My Fair Lady“ in Eutin mit Desirée Brodka (Eliza) und Guido Weber (Higgins). Quelle: Fotos: Susanne Peyronnet
Eutin

Dennoch werden die Strukturen der Festspiele auf den Prüfstand gestellt, sagte gestern in Eutin Geschäftsführer Falk Herzog. „Wir haben deshalb den Vertrag mit Intendantin Dominique Caron nur um ein Jahr verlängert, da wir vor weiterreichenden Entscheidungen die Empfehlungen unserer Unternehmensberatung abwarten wollen. Wir erwarten die Ergebnisse im Herbst.“ Es gebe mehrere Modelle, über die man diskutieren könne, sagte Herzog. „In den erfolgreichsten Jahren der Festspiele gab es nur eine Sommer-Intendanz, das wäre eine Möglichkeit. Aber darüber werden wir erst diskutieren, wenn die Ergebnisse vorliegen.“

Noch ist die Saison 2018 nicht beendet. Die Verantwortlichen der Eutiner Festspiele können mit ihrer vorläufigen Bilanz dennoch mehr als zufrieden sein. Die Besucherzahl wurde im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, es gab sogar sechs ausverkaufte Vorstellungen.

Dominique Caron, die in diesem Jahr mit einer fulminanten Inszenierung von „La traviata“ für begeisterte Zuschauer gesorgt hat, wird in der kommenden Saison wieder eine Verdi-Oper auf die Seebühne bringen. „Ein Maskenball“steht am 12. Juli 2019 auf dem Programm. Eröffnet werden die Festspiele im kommenden Jahr am 28. Juni mit dem Musical „Kiss me, Kate“ von Cole Porter. Hardy Rudolz, der in diesem Jahr mit „My Fair Lady“ großen Erfolg hatte, wird die Shakespeare-Paraphrase inszenieren.

„Wir sind in diesem Jahr mit der Mischung aus Musical und großer Oper erfolgreich gewesen, diesen Weg werden wir weitergehen“, sagte Falk Herzog. „Verdi kommt bei unserem Publikum gut an, ,Kiss me, Kate‘ ist ein Klassiker des Genres. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die beiden Stücke ihr Publikum finden werden.“ Das fantastische Wetter in diesem Sommer habe seinen Teil zum guten Ergebnis der Festspiele beigetragen. „Wir haben mit 21000 Besuchern kalkuliert, verkauft haben wir bislang rund 34000 Karten. Das ermöglicht uns, Rücklagen zu schaffen“, sagte der Geschäftsführer weiter.

„Vor allem benötigen wir eine Regen-Rücklage, wie sie die Festspiele viele Jahre lang hatten und die es seit einiger Zeit nicht mehr gibt. Leider können wir nicht davon ausgehen, dass es jedes Jahr einen solchen Sommer gibt.“ Außerdem stehen wichtige Investitionen bei den Festspielen an. Die Zuschauertribüne mit ihren mehr als 1800 Plätzen muss dringend saniert werden – eine Aufgabe, die die Festspiele allein nicht werden bewältigen können. „Das ist ein Millionenprojekt“, sagte Herzog. „Ohne die Hilfe von Land, Kreis und Stadt wird es nicht möglich sein, die Tribüne zu sanieren.“

Nachgedacht wird auch über eine wetterfeste Überdachung – hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Für Kinder und Jugendliche wollen Falk Herzog und Dominique Caron im kommenden Jahr neue Formate erproben. „Wir müssen mit den Jugend-Projekten nicht immer auf die große Bühne gehen“, sagte Herzog.

„Als neuer Spielort bietet sich zum Beispiel das Torhaus des Schlosses an – vielleicht lässt sich hier etwas realisieren.“

Bewährt haben sich in dieser Saison die Nachmittags-Vorstellungen an den Sonntagen. 2019 sollen außerdem beide Produktionen an einem Wochenende gezeigt werden, das sei ein Wunsch vieler Besucher gewesen, die die Festspiele nicht an weit auseinander liegenden Tagen aufsuchen konnten. Der durch diese neue Terminierung anstehende Druck auf die Bühnenarbeit sei zu verkraften, hieß es weiter.

Auf dem Prüfstand steht auch der traditionelle Gala-Abend zum Abschluss der Eutiner Festspiele. In diesem Jahr ist er zwar deutlich besser verkauft als 2017, liegt aber dennoch unter den Zuschauerzahlen von Musical und Oper. „Wir denken über die Struktur nach“, sagte Dominique Caron. „In diesem Jahr steht die Gala unter dem Motto ,Hallo, Weber!‘ und ,Hallo, Bernstein!‘. Aber eines steht bereits wieder fest für das kommenden Jahr: Es wird ein großes Feuerwerk geben.“

Vorverkauf beginnt bald

Die Eutiner Festspiele 2019 finden vom 28. Juni bis zum 24. August statt. 24 Vorstellungen des Musicals „Kiss me, Kate“ und der Oper „Ein Maskenball“ sind geplant. Dazu kommen noch Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie eine Abschluss-Gala, über deren Struktur noch abschließend beraten wird. Für die Gala in diesem Jahr am 31. August um 20 Uhr, die von Hilary Griffiths dirigiert wird, gibt es noch Karten.

Der Vorverkauf für die Festspiele 2019 beginnt bereits in der kommenden Woche am 23. August. Die Festspiele gewähren einen Frühbucher-Rabatt von 15 Prozent, ein Glas Sekt am Veranstaltungstag gibt es außerdem. Der Frühbucher-Rabatt gilt für Kartenbestellungen zwischen dem 23. August und dem 31. Oktober.

Der Web-Shop der Festspiele, in dem Tickets direkt gekauft werden konnten, soll ausgebaut werden. So soll es möglich sein, im Netz den Blick auf die Bühne vom gebuchten Platz aus zu sehen.

Jürgen Feldhoff

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