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Kultur im Norden Experiment gescheitert, Ausgang offen
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20:26 16.04.2018

Der kurzfristig berufene Interimschef Klaus Dörr brachte eine Führungsstruktur mit mehreren Personen ins Gespräch. Angesichts „der Bedeutung der Ära Frank Castorfs“ halte er es fast für ausgeschlossen, dass ein einzelner Intendant die Aufgabe schaffe. „Ich kann mir vorstellen, dass man in Osteuropa, wo bedeutende Regisseure aus politischen Gründen Probleme mit ihrer Arbeit haben, wichtige Künstler für die Volksbühne finden kann“, sagte Dörr der „Süddeutschen Zeitung“ und mahnte Geduld an: „Schnellschüsse richten nur Schaden an.“ Für die qualifizierte Vorbereitung einer Intendanz brauche man anderthalb bis zwei Jahre.

Chris Dercon hatte in der vergangenen Woche überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der umstrittene Nachfolger des langjährigen Theaterchefs Frank Castorf hatte mit teuren Gastspielen, vor allem aber mit der erhofften Bespielung des früheren Flughafens Tempelhof viel Geld verplant. Dörr kündigte jetzt eine Kehrtwende an. „Wir müssen nach und nach ein Repertoire aufbauen und die Voraussetzungen für den Neuaufbau des Ensembles schaffen“, sagte er. Bis dahin müsse improvisiert werden. Es gehe jetzt darum, das Theater zu retten. Er werde unter anderem „auf befreundete Theater zugehen und fragen, ob sie Möglichkeiten der solidarischen Unterstützung sehen“.

Kultursenator Lederer erklärte, sämtliche Mitarbeiterverträge sollten wie vereinbart weiterlaufen: „Die Mitarbeiter sind jetzt das Pfund, die Basis dafür, dass die Volksbühne wieder anfangen kann.“

Berichte, die Bühne stehe kurz vor dem Ruin, wies er zurück, schloss zugleich jedoch nicht aus, dass zusätzliche öffentliche Mittel für eine Konsolidierung nötig sein könnten. Nach Darstellung von Lederer im Kulturausschuss war die Trennung unvermeidbar. So habe es schon im November Anzeichen gegeben, dass Dercons Konzept finanziell nicht aufgehe. Vertreter der Opposition gaben dem Regierungschef Michael Müller, dem früheren Kulturstaatssekretär Tim Renner (beide SPD) und Lederer eine Mitschuld an dem Debakel.

LN

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