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Kultur im Norden Farbenprächtige Ölbilder mit weißen Linien
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18:32 17.04.2018

Christine Erasmi-Hoffmann ist seit zwei Jahren Gedok-Mitglied. Die 1955 in Ostafrika geborene Künstlerin hat eine besondere Mal-Technik entwickelt. Sie sagt: „Tesakrepp ist mein Bleistift!“

Die Umrisse ihrer Motive – Reiseeindrücke von Sansibar, aus Marokko, Indien oder aus dem Himalaya – entstehen auf grundierter Leinwand mit dem Klebeband. Die markierten Flächen füllt sie mit Ölfarbe direkt aus der Tube aus. Die Farbe verteilt sie dabei mit kleinen Spachteln so lange, dass die Fläche von weitem wie gedruckt aussieht. Erst bei genauerem Hinsehen und je nach Lichteinfall, erkennt der Betrachter feine Strukturen. Die farbenprächtigen Bilder mit den charakteristischen weißen Linien gestaltet Christine Erasmi-Hoffmann gezielt plakativ, wobei sie bewusst keinen perfekten Bildausschnitt wählt: In ihrem Bild „Gebunden“ ist der Kopf der marokkanischen Frau außerhalb des rechten Bildrandes; von dem Kälbchen, das links am Strick zerrt, fehlt das Hinterteil. Durch den Verzicht auf die Komplettheit erzeugt die Malerin Spannung, betont die Flüchtigkeit der „Augen Blicke.“

Neben den großformatigen Bildern, in denen sich die Künstlerin mit Leidenschaft in andere Kulturen vertieft, zeigt sie auch Regionales: Fasziniert vom „7 Türme Triathlon“ im vorigen Jahr in Lübeck hat sie Schwimmerinnen mit knallgelben Badekappen auf dem Kopf gemalt. In 40 × 40-Formaten aus der Serie „Über die Schulter geschaut“ ist eine Helgoland-Urlauberin von hinten zu sehen:

mit blau-weiß geringeltem Hut und T-Shirt. Einige Skizzen zeigen ihre Spontaneität und Experimentierfreude.

Christine Erasmi-Hoffmann, hat nicht Kunst, sondern in Hamburg Sozial- und Heilpädagogik studiert und auch in dem Beruf gearbeitet. Durch ihre Mutter, die Malerin, Grafikerin und Designerin war, hat sie alle Techniken gelernt: Schon als Kind tuschte sie, malte mit Wachs- und Pastellkreiden und Aquarellfarben. „Alles außer Öl,“ sagt sie. Damit begann sie erst 2010, als sie ein Atelier außerhalb der privaten vier Wände bezog. Dort entwickelte sie ihr Markenzeichen: weiße Konturen, in denen Ölfarben ihre Leuchtkraft entfalten. Dorothea Kurz-Kohnert

Vernissage morgen 19 Uhr, Gedok, Fleischhauerstraße 33.

LN

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