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Filme von Frauen werden seltener gefördert

Berlin/Rostock Filme von Frauen werden seltener gefördert

Eine europäische Studie belegt Diskriminierung.

Berlin. . Die Karrieren von Regisseurinnen in der europäischen Filmindustrie verlaufen offenbar weniger erfolgreich als die ihrer männlichen Kollegen. Das geht aus einer internationalen Studie des European Women‘s Audiovisual Network (Ewa) hervor, die heute auf der Berlinale 2016 präsentiert und diskutiert werden soll.

Für die Untersuchung waren knapp 1000 weibliche und männliche Regisseure in sieben europäischen Ländern befragt worden, wie die Universität Rostock gestern mitteilte. Danach sind zwar fast die Hälfte (44 Prozent) der Absolventen von Filmhochschulen Frauen, jedoch liegt der Frauenanteil bei den in der Filmindustrie arbeitenden Regisseuren gerade mal bei 24

Prozent.

Nur bei einem von fünf Filmen führt eine Frau die Regie. 84 Prozent der öffentlichen Filmförderung fließen in Projekte, die von Männern inszeniert werden. Zwei Drittel der Befragten hätten sich für eine Geschlechter-Quote in der Filmförderung ausgesprochen.

Dabei schnitten Frauen bei Filmfestivals in der Regel erfolgreicher ab als Männer, heißt es in der Studie. Im Jahr 2013 seien Filme von Frauen proportional häufiger bei Festivals vertreten gewesen. Darüber hinaus seien häufiger Spielfilme mit einem Preis geehrt worden, bei denen Frauen Regie führten.

Der Report ist das Ergebnis einer zweijährigen Untersuchung, die von 2014 bis Ende 2015 lief. Finanziert wurde er durch Mittel der Europäischen Union und verschiedener Länderfilmförderungen. Elizabeth Prommer, Direktorin des Instituts für Medienforschung der Uni Rostock, und ihre Mitarbeiterin Skadi Lost haben an der Untersuchung mitgewirkt.

LN

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