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Kultur im Norden Filmkritiker für ein paar Tage
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10:38 30.10.2012
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Lübeck

Sie tragen Kapuzenpullis und gehen noch zur Schule. Eine Woche lang jedoch arbeiten sie jetzt als Journalisten. Statt Mathe zu pauken und Gedichte zu analysieren, schreiben sie Filmkritiken, interviewen Regisseure, Schauspieler und Zuschauer. Für viele der 20 Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren ist das eine neue Welt – denn sie sind zum ersten Mal beim Projekt „Junge Filmjournalisten“ dabei.

Eine Auswahl der Filmkritiken lesen Sie hier

Sie kommen aus Lübeck und Umgebung, Luca (15) sogar aus Braunschweig. „Meine Mutter hat öfter für eine Fachzeitschrift über die Filmtage geschrieben, so habe ich davon erfahren“, sagt er. Der Reiz liege für ihn darin, Menschen zu interviewen, sich auszutauschen, „das erweitert den Horizont“. Andere sind nordische Filmfans wie Rafael (16): „Die Filme haben eine andere Erzählweise als die aus Hollywood.“ Die oft verschneiten Landschaften und die meist ihm unbekannten Schauspieler punkten bei ihm.

Vor allem ernsthafte Filme, die von Jugendlichen handeln, kommen laut der Journalistin Julia Kaiser (37) bei den Teilnehmern gut an. „Damit können sie sich identifizieren“, sagt sie. Seit fünf Jahren betreut die Medientrainerin aus Berlin Gruppen junger Filmjournalisten während der Nordischen Filmtage Lübeck. Erfahrung mit dem Nachwuchs hat sie reichlich – schon seit zehn Jahren betreut sie ähnliche Veranstaltungen während der Berlinale. Ihr Anliegen besteht allerdings nicht nur darin, den Teilnehmern Grundregeln des journalistischen Handwerks beizubringen und mit ihnen in einer täglichen Redaktionskonferenz Themen zu besprechen. „Mir ist es wichtig, dass die Jugendlichen lernen, sich pointiert auszudrücken“, sagt Julia Kaiser. Davon profitierten nicht nur die Teilnehmer selbst, sondern auch die Filmemacher. „Sie erhalten ein Feedback, das sie sonst nicht bekommen würden, denn die Jugendlichen kritisieren in ihrer eigenen Sprache“, so Julia Kaiser.

Dass das auch innerhalb der Gruppe zu kontroversen Meinungen führen kann, hat sich bereits gezeigt. Emilia (16) berichtet von dem Film „Der Eisdrache“. „Während wir Älteren Probleme gehabt haben, die einzelnen Themen zu filtern, haben sich die Jüngeren gleich auf wenige Aspekte konzentriert. Es war interessant zu bemerken, dass sie die Filme teils anders sehen“, sagt die 16-Jährige. Und genau darin liegt ihrer Meinung nach der Lerneffekt für die ganze Gruppe.

Filmtage 2012: 31. Oktober bis 4. November.

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