Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Filmpreis für Hitler-Spot

Berlin Filmpreis für Hitler-Spot

Fiktiver Mercedes-Werbefilm gewinnt in Berlin bei den First Steps Awards.

Voriger Artikel
Filmtage suchen Jury-Kinder
Nächster Artikel
Die Entdeckung des Unglücksglücks

Darf man das? Das Hitler-Kind liegt am Ende von Tobias Haases Videoclip tot auf der Straße von Braunau.

Quelle: Foto: Maxwitat

Berlin. Ein Werbespot, in dem Adolf Hitler als kleiner Junge von einem Mercedes überfahren wird: Darf Werbung so etwas? Die Jury des Nachwuchsfilmpreises First Steps Award fand den Clip gut. Und so durfte sich Regisseur Tobias Haase, Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg, die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für den besten Werbefilm abholen.

Normalerweise geht es bei dem renommierten Preis, der von der Deutschen Filmakademie ausgerichtet wird, mehr um Spielfilme. Dieses Mal waren etwa Helmut Dietls Sohn David („König von Deutschland“) und Frauke Finsterwalder („Finsterworld“) unter den Kandidaten. Aber der Werbespot von Tobias Haase war schon vorab im Internet populär. Hitler wird darin vom Assistenzsystem einer Mercedes-Limousine nicht verschont — er liegt, zum Hakenkreuz deformiert, am Ende auf der Dorfstraße von Braunau am Inn. Es erscheint der Slogan „Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen“.

Mercedes-Benz, ein Unterstützer des Filmpreises, hatte sich von dem Clip distanziert (die LN berichteten). Die First-Steps-Jury aber stärkte Haase den Rücken:

„Solche Ideen-Verfechter braucht die Kreativbranche.“ Als Zuschauer werde man gezwungen, sich eine Meinung zu bilden. Noch nie habe die Jury so kontrovers diskutiert.

Geht es nach der Gewinnerliste, so kommen besonders viele gute junge Filmemacher von der Akademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. So wie Cosima Maria Degler, die für „Zwei Mütter“ über ein lesbisches Paar mit Kinderwunsch den No Fear Award für eine couragierte Produktion gewann. Anrührend war der prämierte Dokumentarfilm: In „Neuland“ begleitet Anna Thommen Ausländer bei einem Integrationskurs in der Schweiz.

Den mit 25 000 Euro dotierten Preis für den besten abendfüllenden Spielfilm bekam Jöns Jönsson von der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen für „Lamento“ über eine Mutter, die ihre Tochter verloren hat.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden