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Kultur im Norden Filmtage: Jetzt werden die Preise vergeben
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Filmtage: Jetzt werden die Preise vergeben
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19:40 02.11.2013
Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Als Michelle Barthel (20) im Juli gefragt wurde, ob sie Lust und Zeit habe, als Jurymitglied für den Kinder- und Jugendfilmpreis mitzumachen, sagte die junge Schauspielerin („Spieltrieb“) sofort zu. „Ich kannte das Festival schon als Besucherin und habe mich sehr über die Anfrage gefreut“, sagt die zierliche Remscheiderin, die 2011 für den Film „Keine Angst“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. 13 Filme, alle Kandidaten für den Kinder- und Jugendfilmpreis, musste sich Barthels gemeinsam mit ihren Jurykollegen Markus Dietrich und Natália Wiedmann angucken.

Gelegenheit, vorher schon mal einen der Filme zu sehen, gab es da nicht. „Wir gucken die Filme gemeinsam mit dem Publikum. Allerdings haben wir vorher die Titel bekommen, wer Regie führt und wer mitspielt“, sagt Michelle Barthel.

Der Tagesablauf der Jurymitglieder war straff organisiert. Vier Filme täglich standen auf dem Programm. „Nach jedem Film setzten wir uns zusammen und tauschten Eindrücke aus“, sagt sie. Da besprachen sie, was gefallen hat und was nicht. „Das notierten wir dann und am Ende gibt es große Diskussionen, wo man seine Favoriten in ein engeres Rennen schickt.“

Dabei hat jeder seinen eigenen Schwerpunkt. „Wir sind ja eine bunt gemixte Runde, da ist es toll und wichtig, dass jeder aus einer anderen Perspektive auf die Filme guckt. Doch am Ende steht das Gesamtwerk“, sagt sie. Beeindruckt ist sie von der schauspielerischen Leistungen der Kinderdarsteller. „Heute haben wir einen Film gesehen, wo die Hauptdarsteller erst sechs Jahre alt sind und einen ganzen Film tragen. Es ist unfassbar, wie gut die gespielt haben.“

Das ganze Flair des Festivals hat es Michelle Barthel angetan. „Es passt einfach alles so gut zusammen. Obwohl es so ein großes Festival ist, gibt es viel Austausch. Man gibt sich gegenseitig Tipps und redet über Filme, die man gesehen hat“, sagt sie. Wann habe man schon mal die Möglichkeit, so viele Filme zu sehen, meint Barthel.

Heute Abend werden bei der Filmgala im Theater die Preise übergeben. Durch den Abend führt NDR-Fernsehmoderator Yared Dibaba („Land & Liebe“), der in Äthiopien geboren wurde, im Oldenburger Land aufgewachsen ist — und „glücklich, im Norden zu leben“. Dibaba spricht fließend Plattdeutsch. Heute jedoch ist Englisch gefragt.

Insgesamt werden acht Preise verliehen: die vier Preise für Spielfilme NDR-Filmpreis, LN-Publikumspreis, Baltischer Filmpreis, Kirchlicher Filmpreis Interfilm, außerdem der Dokumentarfilmpreis, der Preis der Kinderjury, der Kinder- und Jugendfilmpreis und der Cinestar- Preis (für Kurzfilm aus Norddeutschland).

Acht Jurys waren im Einsatz. Die größte — die Jury der Zuschauer — entscheidet über den LN-Publikumspreis. Erstmals können dabei auch diejenigen gewinnen, die an der Abstimmung teilgenommen haben: Der erste Preis ist eine Reise für zwei Personen nach Nordnorwegen zum Internationalen Filmfestival Tromsö im Januar 2014, der zweite eine Überfahrt nach Schweden für bis zu vier Personen mit TT-Line. Außerdem gibt es Boxen mit Kinogutscheinen zu gewinnen. Die Verlosung findet morgen vor der Vorführung des Siegerfilms statt.

Die 16 Wettbewerbs-Spielfilme
„Nacht in Beton“ (Finnland/S/DK) von Pirjo Honkasalo
„Zuflucht“ ( S/Finnland) von Fredrik Edfeldt
„Von Pferden und Menschen“ (IS/D) von Benedikt Erlingsson
„In der Stunde des Luchses“ (DK/S) von Søren Kragh-Jacobsen
„Chasing the Wind“ (N/DK) von Rune Denstad Langlo
„Ich bin Dein“ (N) von Iram Haq
„In aller Liebe“ (Finnland/N) von Matti Ijäs
„Ich werde dir alles erzählen“ (Finnland/S) von Simo Halinen
„Kertu“ (Estland) von Ilmar Raag
„Ein Walzer für Monica“ (S/DK) von Per Fly
„Metalhead“ (IS/N) von Ragnar Bragason
„Der Nordwesten“ (DK) von Michael Noer
„Pionier“ (N/S/ Finnland/F/D) von Erik Skjoldbjærg
„Sex, Drogen und Steuern (DK) von Christoffer Boe
„Aus dunklen Wassern“ (Finnland) von Peter Franzén
„Wir sind die Besten“ (S/DK) von Lukas Moodysson

Majka Gerke und Liliane Jolitz

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