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Freddy – der ewige Seemann wird 85

Hamburg Freddy – der ewige Seemann wird 85

Wellen, Meer, Gitarre: Freddy Quinn ist ein Nationaldenkmal. Und ein Rätsel ist er auch.

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Wie man ihn kennt – oder: wie man ihn glaubt zu kennen: Zur See ist Freddy Quinn nie gefahren.

Hamburg. Nein, der Junge kommt wohl nicht bald wieder – zumindest in die Öffentlichkeit zieht es Freddy Quinn seit langem nicht mehr. Aus dem Rampenlicht hat sich der Schlagerstar konsequent verabschiedet. Seine Ruhe wolle er haben und auch nicht als „tragisches Fotomotiv“ enden, erklärte er seinen Rückzug in früheren Interviews. Selbst wenn ein Jubiläum für den Entertainer ansteht, sein Statement immer wieder aufs Neue: „Freddy geht es gut“, sagt Werner Triepke, „aber er will keine Interviews geben.“ 85 Jahre alt wird Quinn am kommenden Dienstag, seine Hits wie „Junge, komm bald wieder“ (siehe Liedtext unten) und „Heimweh“ liegen mehr als ein halbes Jahrhundert zurück – der singende Seemann ist er für viele Deutsche geblieben.

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Wellen, Meer, Gitarre: Freddy Quinn ist ein Nationaldenkmal. Und ein Rätsel ist er auch.

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Seefahrerromantik und St. Pauli – weit weg für jemanden, der in Österreich auf die Welt gekommen ist. „Für einen Möchtegern-Hanseaten wie ein Geburtsfehler“, sagte Quinn mal, „aber zumindest wurde ich in Hamburg gezeugt.“ Auch zur See gefahren sei er „nie so richtig“. Nach Hamburg hatte es den Sohn eines Kaufmanns und einer Journalistin Anfang der 50er Jahre verschlagen. Regielegende Jürgen Roland („Stahlnetz“, „Großstadtrevier“) entdeckte ihn auf St. Pauli in der „Washington-Bar“. Bald darauf begann für Quinn eine „neue Zeitrechnung“, als er seinen ersten Plattenvertrag unterschrieb.

Perfekt entsprach er dem Idealbild des Seemanns, nicht nur als Sänger, sondern auch als Schauspieler. Vor der Kamera in Musikfilmen wie „Freddy, die Gitarre und das Meer“ und „Heimweh nach St. Pauli“ spielte er ebenso wie auf der Bühne, in „Große Freiheit Nr. 7“ trat er in Hans Albers’ Paraderolle auf. Seine Leidenschaft für den Zirkus zog ihn immer wieder in die Manege zurück – mal balancierte er ungesichert auf Hochseilen, mal trat er mit Raubtieren im Käfig auf.

„Dieser Mann zählt zu den Nationaldenkmälern – ein Rätsel geblieben ist er trotzdem“, schrieb der „Tagesspiegel“. Und: „Dabei war der Sänger an der Verbreitung der meisten Halb- und Unwahrheiten aktiv beteiligt.“ Was dran sei etwa an „Wanderzirkussen, Soldatenclubs oder Rekrutierungszentren und Fremdenlegion in Afrika“, war und bleibe Stoff für immer neue Legenden, schrieb das „Hamburger Abendblatt“ und zitierte Countrysänger Johnny Hill: „Er kam aus dem Nichts und verschwindet wieder.“

Die jahrzehntelange Beziehung zu der 2008 gestorbenen Hamburgerin Lilli Blessmann etwa war nur ein Punkt aus Quinns Leben, der Stoff für Gerüchte bot. In den vergangenen Jahren lieferten immer wieder Spekulationen über seinen Wohnsitz (in Hamburg oder Umgebung oder ganz woanders?) und jüngst eine angebliche Verlobung die Schlagzeilen. An den Fakten aber hat sich nichts geändert: Seinen letzten Nummer-eins-Hit hatte Quinn 1966 mit „Hundert Mann und ein Befehl“ – zehn Jahre nach seinem ersten mit „Heimweh“; seine letzte von zahlreichen Tourneen gab er 2002. Zu den 60 Millionen verkauften Tonträgern allein bis zur Jahrtausendwende dürften noch einige hinzugekommen sein.

Einen der unangenehmsten Momente erlebte Quinn im Jahr 2004: Das Hamburger Landgericht verurteilte ihn wegen Steuerhinterziehung von 900 000 Euro zu einer Bewährungsstrafe und 150000 Euro Geldbuße. Er habe seinen Hauptwohnsitz jahrelang in der Schweiz gehabt, die meiste Zeit aber bei seiner Partnerin Blessmann in Hamburg gelebt. Unter Tränen zeigte er Reue und sagte: „Ich hoffe, dass meine Fans mir verzeihen.“

Zum Mitsingen

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.

Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.

Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich.

Denk auch an morgen, denk auch an mich.

Junge, komm bald wieder ...

Wohin die Seefahrt mich im Leben trieb,

ich weiß noch heute, was mir Mutter schrieb.

In jedem Hafen kam ein Brief an Bord.

Und immer schrieb sie: „Bleib nicht solange fort.“

Junge, komm bald wieder ...

Ich weiß noch, wie die erste Fahrt verlief.

Ich schlich mich heimlich fort, als Mutter schlief.

Als sie erwachte war ich auf dem Meer.

Im ersten Brief stand: „Komm doch bald wieder her.“

Junge, komm bald wieder ...

Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich.

Denk auch an morgen, denk auch an mich.

Junge, komm bald wieder ...

LN

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