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Freie Bahn für freien Jazz

Lübeck Freie Bahn für freien Jazz

Sie sind zu acht, sieben Männer und eine Frau, und haben noch nie zusammen musiziert. Am 24. Juni wird sich das ändern. Dann tritt das Kollektiv „N“ in der Kunsttankstelle auf.

Lübeck. Sie sind zu acht, sieben Männer und eine Frau, und haben noch nie zusammen musiziert. Am 24. Juni wird sich das ändern. Dann tritt das Kollektiv „N“ in der Kunsttankstelle auf. Die Performance mit Musik, Tanz und Theater wird der öffentliche Abschluss eines Wochenendes sein, zu dem die Musiker tags zuvor in Lübeck zusammenkommen. Und sie soll einen Auftakt bilden, um dem experimentellen Jazz im Norden mehr Raum zu geben. Der nämlich, sagt Peter Ortmann, könne mehr Raum gut gebrauchen.

Ortmann ist im Lübecker Verein Jazzpool aktiv und eine der Kräfte hinter dem Kollektiv „N“. Es zählen neben der Sängerin und Tänzerin Susanne Wegener sechs Männer zwischen Ende 40 und Ende 60 dazu.

Sie leben in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin und sind seit Langem in Sachen Jazz unterwegs.

Der Bassist Akira Ando gehört dazu, der Posaunist Heinz-Erich Gödecke und Theo Jörgensmann an der Klarinette. Willi Kellers spielt Schlagzeug, Wolfgang Schmiedt Gitarre, Jens Tolksdorf Saxofon und Trompete. Sie haben als Dozenten an Musikhochschulen gelehrt oder tun es noch immer, und ihre Referenzen reichen von Cecil Taylor und Peter Brötzmann bis Willem Breuker und Albert Mangelsdorff.

Das „N“ im Namen steht dabei für Neu, Nord oder New Jazz, man kann sich das aussuchen. Aber es soll schon andeuten, dass es hier um das Verlassen gewohnter Bahnen geht. Der Norden sei schon immer traditioneller gewesen, sagt Theo Jörgensmann. Modern Jazz habe es hier schwerer als in anderen Teilen der Republik. Dabei habe sich die experimentelle Musik inzwischen sehr verändert und sei breiter geworden. Wo es früher vor allem um Kraft und Intensität gegangen sei, komme heute auch die Melodie zu ihrem Recht. „Es ist nicht weniger, sondern anders experimentell“, sagt er. int

Info: Kollektiv „N“ am Sonnabend, 24. Juni, 20 Uhr in der Kunsttankstelle (neben den Salzspeichern)

LN

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