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Friede als Sehnsucht der Völker

Lübeck Friede als Sehnsucht der Völker

Gabriele Pott eröffnete „Kunst am Kai“ mit einem Oratorium aus England.

Lübeck. Mit einem „Konzert für den Frieden“ eröffnete Gabriele Pott die dritte Saison von „Kunst am Kai“. Im Hafenschuppen C auf der nördlichen Wallhalbinsel waren mehr als 200 Mitwirkende für das 2012 geschriebene Oratorium „The Peacemakers“ des Briten Karl Jenkins aufgeboten.

 

LN-Bild

Gabriele Pott, künstlerische Leiterin des Festivals „Kunst am Kai“, mit Kindern bei der Eröffnung.

Gabriele Pott wäre nicht sie selbst, wenn sie es bei einer einfachen Wiedergabe des Werkes mit seinen eingängigen Melodien belassen hätte. Sie ergänzte das musikalische Geschehen. Im Kern blieben es natürlich die vertonten Friedensgedanken von Mahatma Ghandi, dem Dalai Lama, von Mutter Theresa, Martin Luther King und anderen Vorbildern der Menschheit.

Eingeschoben war zum Beispiel eine Text-Collage der 13. Klasse der Lübecker Waldorfschule, ein „Versuch über den Frieden heute“. Ein ausdrucksstarker orientalischer Tanz, begleitet von Musikern mit Instrumenten aus dem arabischen Raum, ging nahtlos über in das Friedenslied eines Mädchens aus dem Libanon; zunächst in der eigenen Sprache, dann in Englisch, so dass jeder die wiederholte Bitte verstehen konnte: „Give us a chance.“ Tosender Applaus.

Überhaupt herrschte im Schuppen C nicht die Stimmung wie bei der Aufführung eines Oratoriums im Kirchenraum. Nach jeder Musiknummer wurde heftig applaudiert. Die Musik von Karl Jenkins, dem „Klangzauberer aus Wales“, hat in etlichen Nummern Ohrwurmcharakter, hüllt die Zuhörer ein.

Die Chorpartien waren von der Dirigentin geschickt aufgeteilt: Kinderchöre aus Lübeck und Berlin sowie die Erwachsenen (Singakademie, Buxtehude-Chor Oldesloe, Notabene, Chor International) wurden immer wieder miteinander verzahnt.

Neben meditativen Passagen, nur von Streichern begleitet, standen aufrüttelnde Partien, fulminant von den Chören und vom Orchester (Philharmoniker und Studierende der Musikhochschule) vorgetragen.

Immer wieder tanzten kleine Mädchen engelgleich in der Mitte des Raumes. Alina Salomons heller Sopran überstrahlte an einigen Passagen den Chor. Die Ideen der Friedensstifter umgriffen die Kulturen und Religionen.

Wer es im christlichen Abendland besonders christlich sehen wollte, konnte eine Klammer ausmachen. Am Anfang stand eine der Seligpreisungen Jesu, „Selig sind die Friedfertigen“. Zum Schlussgesang, einer „Hymne für den Frieden“, tanzten die Mädchen der Musik- und Kunstschule mit riesigen Stoffbahnen in den Farben des Regenbogens, und dieser Bogen ist schließlich auch ein biblisches Symbol für den Frieden.      

Chor für alle: morgen um 19 Uhr startet die Reihe „Chor für alle“ im Hafenschuppen C. Gesungen wird alles – von Klassik bis Pop.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eintritt: 5 Euro

kd

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