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Kultur im Norden Friedens-Stele von Winni Schaak enthüllt
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18:10 12.11.2018
Die Doppel-Stele Frieden des Künstlers Winni Schaak (links, zusammen mit Pastor Dirk Rademacher) wird vor der St.-Nicolai-Kirche enthüllt. Quelle: Moritz Frankenberg
Bothfeld/Lübeck

An der Bothfelder St. Nicolai-Kirche gibt es nun ein drittes Mahnmal. Bei einem feierlichen Gottesdienst ist die Doppelstele „Frieden“ des Künstlers Winni Schaak enthüllt worden. Der Lübecker hatte sich mit seinem Entwurf bei einem Wettbewerb gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Seine 2,30 Meter hohe Skulptur besteht aus zwei dreieckförmigen Stelen, gehalten in rostfarbenem Ton. Ein umlaufendes Spruchband bildet zusammen mit dem Zwischenraum ein Kreuz – „das Symbol für die Hoffnung eines Lebens in gerechtem Frieden“, sagte Pastor Dirk Rademacher.

Die Doppelstele ist innerhalb eines Jahres ausschließlich durch Spenden, Kollekten und Zuwendungen finanziert worden. Beteiligt haben sich mehr als 200 Einzelspender aus Kirchengemeinde und Stadtteil, die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Kabarettist Matthias Brodowy mit einer Benefiz-Veranstaltung.

Zur vom Posaunenchor der Kirchengemeinde musikalisch begleiteten Enthüllung vor mehr als hundert Zuschauern war auch Ministerpräsident Stephan Weil nach Bothfeld gekommen. Er zog gemeinsam mit Schaak, Brodowy, Rademacher, Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg, Volksbank-Vorstand Matthias Battefeld sowie Konfirmanden an einer Schnur, so dass die Plane niedersank und den Blick auf das Werk freigab.

Schaak stellte die Frage, warum an der Kirche neben denjenigen für die Opfer der beiden Weltkriege nun ein drittes steht. Er beantwortete sie selbst: „Gewalt und Unrecht beschränken sich nicht nur auf Kriege. Gewalt und Unrecht passieren hier und jetzt.“ Rademacher erklärte, Christen hätten die Verantwortung, sich für Frieden einzusetzen. „Wer Frieden will, muss für ihn eintreten – in der Familie und in der Schule genauso wie zwischen den Menschen in unserem Land, in Europa, zwischen den Völkern weltweit.“ Und auch Ministerpräsident Weil widmete sich als Festredner dem Thema. „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“, betonte er.

An der Friedensarbeit der Kirchengemeinde haben sich in den vergangenen Monaten auch Schüler der IGS Bothfeld beteiligt. Diese Zusammenarbeit soll laut Rademacher noch intensiviert werden. Die Stele dient auch als Ausgangspunkt, um mit Schulklassen, in Workshops, mit Konfirmanden und Bürgern über die Voraussetzungen für ein friedlicheres Zusammenleben zu diskutieren.

Bernd Haase

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