Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Frische Stücke auf Karin Beiers Bühne

Hamburg Frische Stücke auf Karin Beiers Bühne

Einer der spektakulärsten Pläne des Deutschen Schauspielhaus in Hamburg für die kommende Spielzeit war schon bekannt, bevor Intendantin Karin Beier gestern den Spielplan ...

Hamburg. Einer der spektakulärsten Pläne des Deutschen Schauspielhaus in Hamburg für die kommende Spielzeit war schon bekannt, bevor Intendantin Karin Beier gestern den Spielplan 2017/18 verstellte: Im Oktober wird im größten deutschen Sprechtheater Elfriede Jelineks Stück „Am Königsweg“ uraufgeführt werden. Es handelt vom Aufstieg von Rechtspopulisten und Nationalisten im Superkapitalismus – und von US-Präsident Donald Trump. Dessen Wahlsieg sei Anlass für Jelineks Groteske über die Krise der Demokratie gewesen, sagte Karin Beier gestern. Ende März waren Teile des Textes bereits in einem New Yorker Theater gelesen worden. Die Uraufführung wird von Falk Richter inszeniert.

Intendantin Beier selbst wird ihre fünfte Hamburger Spielzeit mit der Groteske „Tartare Noir“ am 15. September eröffnen – ebenfalls eine Uraufführung. Das Stück verwende Motive des britischen Groschenroman-Autoren Thomas Peckett Prest (1810-1859). Beier kündigt an, dies sei nach „Schiff der Träume“ eine Fortführung ihrer Auseinandersetzung mit politischen Fragen der Gegenwart.

Eine Reihe weiterer neuer Stoffe steht auf dem Spielplan: Das Theaterkollektiv Signa, das mit seinen unheimlichen Performance-Installationen verwunschene Orte aufsucht, wird seine neue Produktion „Das halbe Leid“ in der ehemaligen Werkhalle der Firma Heidenreich & Harbeck in Hamburg-Barmbek präsentieren. Premiere ist im November. Ebenfalls im November bringt das Comedy- und Musiker-Trio Studio Braun den Roman „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk über den Frauenmörder Fritz Honka aus Altona auf die Bühne. Christoph Marthaler, der zuletzt sein selbstentwickeltes Stück „Die Wehleider“ im Schauspielhaus inszeniert hat, kündigt einen Abend frei nach Texten des surrealistischen Schriftstellers Alfred Jarry („König Ubu“) an, den der Schweizer „Übermannt oder Die Liebe kommt zu Besuch“ nennt, Premiere ist im März.

Intendantin Beier konnte im vierten Jahr in Folge ein Zuschauerplus vermelden: In der laufenden Spielzeit kamen bis Ende März 160000 Besucher ins Schauspielhaus. Die Produktionen mit der größten Auslastung waren solche mit Stars, die man aus dem Fernsehen kennt: „Unterwerfung“ nach dem Roman von Michel Houellebecq, ein Solo von Edgar Selge (99 Prozent Platzauslastung) und „Trilliarden“ von Ingrid Lausund mit Bjarne Mädel (98 Prozent).

mib

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden