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Kultur im Norden Fünf schöne Stimmen für eine bessere Welt
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19:12 24.08.2016
Volles Haus auf der Freilichtbühne: Das A-capella-Ensemble Real Group beim Konzert in Eutin. Quelle: Axel Nickolaus

Die fünf sympathischen Frauen und Männer sind schon überall in der Welt herumgekommen. In Eutin aber waren sie vorher noch nie. Am Dienstagabend gab das schwedische A-capella-Ensemble The Real Group sein erstes Konzert auf der Freilichtbühne und versprach, bald wiederzukommen. Bestes Open-air-Wetter und ein enthusiastisches Publikum mögen es in dieser Haltung bestärkt haben.

Der Begriff Stimmakrobatik fällt fast zwangsläufig, wenn es um A-capella-Gruppen geht. Bei The Real Group geschieht dies vollkommen zu Recht. Die beiden Sängerinnen und drei Sänger können sich auf die Kraft ihrer Stimmen verlassen, in Intonation und Harmoniegesang sind sie perfekt.

Die Formation, vor 30 Jahren in Stockholm gegründet, besteht aus Emma Nilsdotter (Sopran), Lisa Östergren (Alt), Anders Edenroth (Tenor), Morten Vinther (Bariton) und Janis Strazdins (Bass). Um eine rein schwedische Gruppe handelt es sich nicht: Morten Vinther ist Däne, Janis Strazdins stammt aus der lettischen Hauptstadt Riga. Alle fünf sind nicht nur ausgezeichnete Sänger, sondern beherrschen auch die Kunst, mit seinem Publikum zu flirten. Morten Vinther tat es sogar auf Deutsch: „Ich freue mich sehr, in Eutin bei Ihnen zu sein“, sagte er. Ähnliche Sätze hört man bei vielen Konzerten, trotzdem hört man es immer wieder gern.

Musikalisch bietet The Real Group vieles von dem, was die Popularmusik der letzten Jahrzehnte an Stilrichtungen hervorgebracht hat: Jazz und Swing, Pop, aber auch Volkslieder und sogar Country. Das Ensemble präsentiert Jazz-Standards wie „Nature Boy“, einen unbekannteren Song von Frank Sinatra und viele, oft selbst komponierte Titel, bei denen sehr deutlich wird, dass The Real Group eine Formation mit Sendungsbewusstsein ist, die den Glauben an eine bessere Welt noch nicht aufgegeben hat. In den Texten spielt die Natur eine große Rolle. Die Mitglieder des Ensembles, die abwechselnd die Moderation übernahmen, waren so freundlich, dies ausführlich zu erläutern. Denn sie singen in mehreren Sprachen.

Sowohl ihre musikalischen Darbietungen als auch ihre Moderationen sind so perfekt, dass man erleichtert aufatmet, als Emma Nilsdotter ein wenig Mühe mit der Aussprache des Ortes hat, wo die Gruppe zuvor aufgetreten ist: Brunsbüttel. Das klingt apart und macht sie noch sympathischer.

Ihren letzten Song „Freedom“ will The Real Group als Beitrag gegen Rassismus verstanden wissen. Es war der letzte Song vor zwei Zugaben, die sich das Publikum durch Applaus sicherte.

Liliane Jolitz

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