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Fünfter „Kulturfrühling“ in Schlutup

Lübeck Fünfter „Kulturfrühling“ in Schlutup

Im Schaakhaus werden von morgen an Arbeiten des Hamburger Malers, Grafikers und Holzschneiders Peter Loeding gezeigt.

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Bilder zur Zeit: Winni Schaak und Andrea Finke-Schaak vor einem Triptychon Peter Loedings.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Lübeck. Karussells sind eine heitere Sache, es geht bunt dort zu und leicht. Bei Peter Loeding aber muss man auf die Details achten, auf die Flammen im Hintergrund, auf das Flugzeug, aus dem Bomben regnen. Karussells bei Peter Loeding sind nicht unbeschwert.

Er war sieben, als die Bomben auf Hamburg fielen. Den Feuersturm der „Operation Gomorrah“ von 1943 hat er als kleiner Junge miterlebt. Und er hat ihn sein Leben lang nicht vergessen. Die Zeichen der Vernichtung tauchen immer wieder auf in seinen Bildern. Einige von ihnen sind jetzt in Schlutup zu sehen. „Was bleibt“ heißt die Ausstellung, die morgen eröffnet wird. Es ist ein kleines Jubiläum, die fünfte Auflage des Schlutuper „Kulturfrühlings“, den der Bildhauer Winni Schaak und seine Frau Andrea Finke-Schaak in ihrem Haus veranstalten.

Das Ehepaar ist vor acht Jahren aus Hamburg nach Schlutup gezogen, in eine alte Bäckerei neben der Kirche. In der wohnen sie jetzt, im Haus nebenan hat Schaak sein Atelier, wo er an seinen Metallskulpturen arbeitet. Mit dem benachbarten und befreundeten Maler Volker Große und der Kunsthistorikerin Petra Severin haben sie vor fünf Jahren den Kulturfrühling ins Leben gerufen. Er sollte helfen, den Ort zu beleben, nicht nur kulturell, und die Resonanz macht ihnen Mut. Überhaupt fühlen sie sich gut aufgehoben hier mitten im Ort.

Peter Loeding wäre in diesem Jahr achtzig geworden. Aber der Maler, Grafiker und Holzschneider aus Hamburg ist vor drei Jahren gestorben. Eigentlich hatten sie Arbeiten von Loedings Witwe Ellen Sturm ausstellen wollen, sagt Schaak. Sie kennen sich seit langem aus Hamburg. Aber dann haben sie sich für Loedings Arbeiten entschieden. Sie passen in die Zeit. Sie erzählen von Krieg und Verlust, von Zerstörung und Angst. Sie erzählen von dem, was Flüchtlinge unserer Tage auch erlebt haben. Sie sind leider sehr aktuell.

26 Arbeiten Loedings sind in der Ausstellung zu sehen, teils schwarzweiß, teils farbig, kleine Holzstöcke darunter, aber auch große Formate und ein raumgreifendes Triptychon. Loeding war jedoch nicht nur Maler und Grafiker, er war auch ein großartiger Drucker, der mit 27 schon einen Lehrauftrag für Druckgrafik an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung hatte und in seinem Atelier Arbeiten von Horst Janssen und Jonathan Meese druckte. Und er war wohl ein eher ruhiger Mensch. „Ich glaube“, sagt Winni Schaak, „ich wäre gut mit ihm klargekommen.“ int

„Was bleibt“ — Ausstellungseröffnung am 16. April (15 Uhr) in Schlutup (Hintern Höfen 22). Geöffnet: 17. und 24. April, 1. Mai (11.30 — 17 Uhr) oder nach Vereinbarung. ☎ 0451 / 502 87 05. Der Eintritt ist frei.

LN

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