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Kultur im Norden Fußmann und Kirkeby zum 80.
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Fußmann und Kirkeby zum 80.
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19:12 21.12.2017
Künstler Klaus Fußmann. Quelle: Foto: Claudia Dannen
Schleswig

Einen Tag nach seinem Geburtstag eröffnet am 25. März in der Reithalle eine umfassende Schau, die auch zeigen wird, wie sich der in Berlin und Gelting an der Flensburger Förde lebende „Brücke“-Verehrer Klaus Fußmann immer wieder vom schleswig-holsteinischen Himmel und den Farben der Ostseeküste faszinieren lässt.

Nach Nolde und Luther kommen Fußmann und Kirkeby. Die Schleswiger Museumsinsel nimmt damit 2018 zwei Künstler in den Fokus, die im kommenden Jahr 80 werden. Klaus Fußmann, Schloss Gottorf und dem Land eng verbunden, gilt als einer der renommiertesten Maler in Deutschland.

Klaus Fußmann, 1938 in Velbert im Rheinland geboren, studierte von 1957 bis 1961 an der Folkwang Schule in Essen und von 1962 bis 1966 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Bereits zu seinem 70. Geburtstag 2008 war im Landesmuseum Schloss Gottorf eine umfangreiche Ausstellung zu sehen. Zu seinem 80. zeigt es Klaus Fußmann „Von Anfang an“.

Vom Gegenständlichen ins Abstrakte – und doch geeint im steten Blick auf die Natur und natürliche Strukturen: Mit Per Kirkeby wird ab 14. Dezember in der Reithalle der bekannteste lebende Künstler Dänemarks präsentiert. Der studierte Geologe, der am 9. September seinen 80. Geburtstag feiert, hat sich als Maler, aber auch Bildhauer, Architekt und Schriftsteller einen Namen gemacht.

Galerist Michael Werner stellt Kirkebys Werke alle zwei Jahre in seinen Häusern in New York, London und Märkisch Wilmersdorf aus. Er verwahrt in Deutschland zahlreiche Gemälde, Plastiken und Architekturzeichnungen Kirkebys, die er neben weiteren Leihgaben direkt aus Dänemark zur Verfügung stellt. Nach Ende der auch gerade von Schulklassen und Konfirmandengruppen sehr stark nachgefragten Ausstellung „Luther im Norden“ zieht in die Galerie des 19. Jahrhunderts wieder „Das Goldene Zeitalter“ (ab 26. April) ein – neu gehängt mit bedeutenden Werken dänischer und schleswig-holsteinischer Künstler des 19. Jahrhunderts aus der Gottorfer Sammlung: Kunstaustausch über die Grenze gen Norden also auch hier.

Aus der Sammlung Bönsch, die vor zwei Jahren als Dauerleihgabe nach Gottorf kam, zeigen die Landesmuseen ab 6. Juli den Künstler Ludwig Meidner (1884-1966) im Jüdischen Museum Rendsburg. Als Jude wie auch als „entarteter“ Künstler zu NS-Zeiten doppelt verfolgt, wurde Meidner in den 1980er-Jahren als einer der großen Vertreter des urbanen Expressionismus wiederentdeckt. Für das Rendsburger Museum ist er, so erläuterte der leitende Stiftungsdirektor Claus von Carnap-Bornheim, besonders interessant als einer der wenigen jüdischen Künstler, in dessen Werk jüdische Themen und die Suche nach religiöser Identität eine zentrale Rolle spielen.

In der Sommerausstellung im Kloster Cismar geht man gemeinsam mit der Kieler Muthesius Kunsthochschule neue Wege: Ob die Keramik-Klasse von Kerstin Abraham mit großformatigen Kachelöfen wieder mehr Besucher hinterm Ofen hervorlocken kann, wird sich zeigen. Spannend ist das Projekt „Muthesius live in Cismar – Ofen als Geschichte und Skulptur“, das sich mit den räumlichen Gegebenheiten in der barocken Schlossanlage Blankenfeld auseinandersetzt, allemal. Die Ausstellung will die Entwicklung der Entwürfe und die kreative Umsetzung begleiten und zeitgenössische Neuinterpretationen des Themas Kachelofen zeigen.

Weniger Besucher

Die Stiftung Landesmuseen Schleswig-Holstein zeigt sich trotz rückläufiger Besucherzahlen mit der Bilanz 2017 zufrieden. Insgesamt hätten 373498 Besucher die Museen an den sechs Standorten besucht, 2,4 Prozent weniger als 2016, sagte der Leitende Direktor der Stiftung, Claus von Carnap-Bornheim.

Schloss Gottorf in Schleswig verzeichnete mit 115522 Besuchern einen Anstieg um gut zehn Prozent. Besondere Publikumsmagnete seien die Ausstellung „Nolde in der Südsee“ und „Luther im Norden“ gewesen, so Carnap-Bornheim.

Das Freilichtmuseum Molfsee (bei Kiel) steigerte die Besucherzahl mit 112 356 um knapp zehn Prozent.

99194 Besucher verzeichnete das Wikinger Museum Haithabu, obwohl seit Herbst 2016 nur das Freigelände zugänglich war.

Das Jüdische Museum in Rendsburg registrierte mit 5717 Gästen ein Plus von 15 Prozent. Es feiert 2018 sein 30-jähriges Bestehen.

Im Kloster Cismar (Kreis Ostholstein) sank die Besucherzahl um fast 25 Prozent auf 3246.

Konrad Bockemühl

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