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Gangster, Schwindler, Seebären und andere komische Typen

Lübeck Gangster, Schwindler, Seebären und andere komische Typen

Die Pläne der Niederdeutschen Bühne Lübeck für die neue Spielzeit.

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Wolfgang Benninghoven inszeniert die Spielzeiteröffnung.

Quelle: Foto: Kurz-Kohnert

Lübeck. Noch nie Gespieltes und Bewährtes bietet der neue Spielplan der Niederdeutschen Bühne Lübeck. Ernste Töne fehlen gänzlich, Unterhaltung wird groß geschrieben — vier Premieren stehen in den Kammerspielen des Theaters Lübeck auf dem Programm.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Problemstücke nicht so gut ankommen, die Leute wollen sich amüsieren“, sagt Hannelore Kastorff, die seit zwölf Jahren die Bühne künstlerisch leitet. Das Anliegen der 56-Jährigen: Das Maß finden zwischen Anbiederung an den Publikumsgeschmack und niveauvollem Vergnügen.

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Wolfgang Benninghoven inszeniert die Spielzeiteröffnung.

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Den Auftakt macht „Twe as Bonnie un Clyde“, mehr Komödie als Krimi. Das Zwei-Personen-Stück wurde von Renate Wedemeyer aus dem Englischen ins Plattdeutsche übertragen — die Lübecker Laienbühne spielt es zum ersten Mal. Manni und Chantal haben sich das berühmt-berüchtigte Gangsterpaar aus den USA zum Vorbild genommen: Mit Banküberfällen wollen sie zu Geld kommen und nach dann Las Vegas flüchten. Bei der Lübecker Theaternacht am Sonnabend kann man schon vor der Premiere am (3. Oktober) eine Kostprobe der Inszenierung sehen. Regie führt wieder Wolfgang Benninghoven vom Theater Combinale, der zuletzt „Sluderkraam in‘t Treppenhuus“ mit den Niederdeutschen auf die Bühne brachte.

Während Manni und Chantal bereits Euros erbeuten, spielt das zweite Stück noch zu D-Mark-Zeiten. „Gold in der Kehl“ heißt das plattdeutsche Stück von Christof Wehking und Gerhard Bode. Das konventionelle Lustspiel bedient sich einer komischen Hauptperson, um die sich weitere urige Typen gruppieren: Bäckermeister Klütenkamp will nicht nur Brötchen backen, sondern auch singen. Der Musiker Fridolin Hogestrat unterrichtet den ambitionierten Handwerksmeister. Ehefrau und Tochter von Klütenkamp bilden den bodenständigen Gegenpol zu den künstlerischen Plänen. Das langjährige Bühnenmitglied Uwe Wendtorff führt Regie. Als der Schwank 1980 erstmals gespielt wurde, stand er selbst auf der Bühne. Premiere ist am 10. Dezember.

Gabi Meier, für ihre schrillen Auftritte beim Publikum beliebt, versucht sich in dieser Spielzeit als Autorin: Nach den Motiven des Stückes „Die Logenbrüder“ von Carl Laufs und Curt Kraatz hat sie einen Schwank in drei Akten geschrieben — „De Schummelbröder“. Der Titel verrät es bereits: Hier wird geschwindelt. Ein Strohwitwer, der um die Häuser gezogen ist, will seine Frau glauben machen, er habe als Freimaurer an geheimen Sitzungen teilgenommen. Regisseur Karsten Bartels lässt die Zuschauer das immer größer werdende Lügengebäude durchschauen. Dramaturgisch spitzt sich das Stück zu bis zum großen Knall, der die Wahrheit ans Licht bringt. Aber, wir wären nicht in einem plattdeutschen Stück, wenn jetzt ein tragisches Ende drohte. . . (Premiere am 11. Februar 2014).

Mit „Rut ut de Puschen“ geht die Spielzeit beschwingt zu Ende. Denn in der Komödie aus der Kategorie „Senioren unter einem Dach“ wird unter der Regie von Regina Burau viel gesungen und getanzt.

Allerdings müssen sich die beiden Seeleute Karl und Theo ganz schön ins Zeug legen, um die älteren Bewohnerinnen der Pension „Trauter Winkel“ mitzureißen. Premiere ist am 23. April 2014.

Dorothea Kurz-Kohnert

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