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Kultur im Norden Geburtstag mit Risiken und Nebenwirkungen
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21:26 22.09.2016
Ernst (Ulli Haussmann) wird von einem der ungebetenen Gäste (Joachim Kappl) zu Boden gebracht. Quelle: Thorsten Wulff

Lübeck. Ulli Haussmann hat ein blaues Auge. Theaterspielen kann gefährlich sein, bei den Proben zu „Das Leben des Ernst“ ging es offenbar recht rasant zu. „Ein Springseil ist mir ins Auge geschlagen“, sagt der Schauspieler. Dabei klingt der Plot des Stückes, das heute im Theater Combinale Premiere hat, recht harmlos.

Ernst hat Geburtstag, den 60. Und er ist kürzlich von seiner Frau verlassen worden. Also sitzt Ernst alleine mit einem Ein-Mann-Geburtstagstörtchen auf der roten Couch, und abgesehen von einer einzelnen Kerze auf der Torte ist es dunkel im Zimmer. Er redet mit sich selbst, bis ein fremder Mann im Zimmer steht. Auf unerklärliche Weise wurde seine Wohnung zur Vermietung ausgeschrieben – und plötzlich tauchen immer neue Bewerber auf, und die ganze Veranstaltung beginnt, aus dem Ruder zu laufen.

Die Entstehungsgeschichte dieses Stücks ist ungewöhnlich: Die Grundidee (Ernst allein zu Haus) wurde vor einem Jahr im Combinale entwickelt, die Hamburger Improtheatergruppe „hidden shakespeare“

improvisierte zu diesem Thema und gab ihrem Affen ordentlich Zucker. „Diese Improvisation wurde aufgezeichnet und transkribiert. Ich habe dann für unser Stück einiges gestrafft und die Zahl der Personen reduziert“, sagt Ulli Haussmann, der die Hauptrolle spielt. Und warum dieser Weg? „Die schrillen Figuren, die beim Improvisieren entstanden sind, kann man sich am Schreibtisch gar nicht ausdenken, das Stück hat so eine große Lebendigkeit und Skurrilität bekommen.“

Neben Ernst bevölkern acht Personen die Szenerie, gespielt von Alexandra Neelmeyer, Joachim Kappl sowie Sigrid Dettlof, die für Situationskomik und respektlosen Witz sorgen. Mignon Remé, die als Mitglied des „hidden shakespeare“ ein Händchen für Komik hat, inszenierte das Stück temporeich. „Das Leben bricht förmlich in den Kokon von Ernst ein, der eigentlich gar nicht so unglücklich war. Die Personen überrollen ihn, und Ernst muss sich mit Themen wie Gesundheit, Sexualität oder Sport auseinandersetzen“, sagt Mignon Remé. „Dadurch erfährt er etwas über sich selbst.“ Bei allem Ernst ist das Stück vor allem brüllend komisch und nicht ganz ungefährlich – ein Geburtstag mit Risiken und Nebenwirkungen.

Premiere: heute um 20 Uhr im Theater Combinale, Restkarten 22/14€.

Petra Haase

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