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Kultur im Norden Gekürt: Drei Retter der deutschen Sprache
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18:13 16.03.2016

Dass man Sprache pflegen kann wie seinen Vorgarten, davon ist Thomas Paulwitz überzeugt. Der Gründer und Chefredakteur, nein: Schriftleiter der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ lässt deshalb jährlich von seinem Publikum (und gemäß seiner eigenen Vorschläge) einen aktuellen, in der Öffentlichkeit stehenden Sprachpfleger küren. Dieser auch „Sprachwahrer“ genannte Zeitgenosse sollte sich verdient gemacht haben im Kampf um die Reinheit und Würde des Deutschen.

In diesem Jahr nimmt der Student Sebastian Zidek aus Berlin den Sprachwahrer-Platz eins ein. Begründung: Zidek habe sich an seiner Uni gegen sogenanntes Genderdeutsch ge wehrt, gegen Konstruktionen wie StudentInnen oder Schüler*innen also. Platz zwei gehört dem Kieler Wirt Andrew Onuegbu, der sein Gasthaus „Zum Mohrenkopf“

nennt. Es selbst sagt: „Ich bin Mohr. Ich stehe zu meiner schwarzen Hautfarbe.“ (Nebenbei: Onuegbu macht sich auch für die deutsche Esskultur verdient — jede Menge Schweinernes steht auf seiner Speisekarte.) Für Sängerin Sarah Connor, die eigentlich Sarah Lewe heißt, reicht es nur zu Platz drei. Sie wird gerühmt für ihr jüngstes Album „Muttersprache“, das artgerecht deutsche Texte enthält.

Diese Vereinnahmung der Popkultur kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschretter Paulwitz in den Kämpfen von vorgestern verstrickt ist: Er ficht immer noch gegen die Reform der Rechtschreibung von 1996. Und er ist Autor von Blättern wie der Vertriebenenpublikation „Preußische Allgemeine Zeitung“. Die Online-Version der „Deutschen Sprachwelt“ heißt übrigens konsequent „Netzausgabe“, auf der „Hauptseite“ gibt es keine Links, sondern „Verweise“. Aber warum steht dort statt Impressum eigentlich nicht „Hineingedrücktes“?

Von mib

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