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Gelungener „Messias“ bei Kunst am Kai

Lübeck Gelungener „Messias“ bei Kunst am Kai

Messias-Superstar. Räume ohne natürliches Tageslicht sind die beste Voraussetzung für eine theatrale Nutzung.

Lübeck. Messias-Superstar. Räume ohne natürliches Tageslicht sind die beste Voraussetzung für eine theatrale Nutzung. Wenn dann auch noch die akustischen Bedingungen stimmen, so bildet der Hafenschuppen C einen idealen Platz für die szenische Aufführung von Händels „Messias“ und Teilen aus „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber. Hierbei handelt es sich um das jüngste Projekt der engagierten und bestens bekannten und geschätzten Chorleiterin und Dirigentin Gabriele Pott, die sich seit einiger Zeit beharrlich und erfolgreich einen festen Platz in der Lübecker Musikszene erobert hat.

 

LN-Bild

Chorleiterin Gabriele Pott.

Quelle:

Am Sonnabend fand im Rahmen des Musikfestivals „Kunst am Kai“ im Hafenschuppen C ein großes Chorkonzert der Lübecker Singakademie „in Bildern“ statt, das zahlreich besucht und heftig akklamiert wurde. Gar nicht genug zu respektieren sind sowohl das Engagement von Frau Pott als auch die Hingabe der Hundertschaft von Chorsängern und der Orchestermusiker. Hier eine gesunde Ausgewogenheit zwischen Laien- und Profi-Erfahrung herzustellen, die zudem in musikalischer Hinsicht an Präzision kaum zu wünschen übrig ließ, ist schon eine Meisterleistung.

Von den vier Gesangssolisten ragte Andrea Stadel mit glockenreinem Sopran in ihrer innig vorgetragenen Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ besonders heraus. Ihr gegenüber fiel die offenkundig noch nicht ganz fertig ausgebildete Altstimme von Sonja Boskau ab. Mit markiger, aber stets schlanker Tongebung verkörperte Daniel Philipp Witte die Tenorpartie, der die Rolle des Judas zugeordnet wurde. Mit eher baritonalem Timbre bewältigte Jan Westendorff mühelos die Basspartie für die Rolle eines Propheten.

Für die szenische Realisierung war die Regisseurin Birgit Kronshage zuständig, die vor allem die Orientierungslosigkeit und Verführbarkeit des „Volkes, das da wandelt im Dunkeln“, darstellte. Teile aus Webbers/Rices „Jesus Christ Superstar“ wurden für die Jubelmassen eingefügt, die die zeitgemäße Verständlichkeit erhöhen sollten.

Hinzu kam in der Choreographie von Shiao Ing Oei eine Ausdrucks-Tanzgruppe mit Janessa Jenkins, Theresa von Hunoltstein, Annika Willemsen und einer Tanzgruppe der Lübecker Musik- und Kunstschule, die die Affekte der Textvorlage mit modernen Mitteln der Bewegung verdeutlichten.

Dieter Kroll

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