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Kultur im Norden „Gemeinschaft stiften“, sagt Helga Reihl
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Gemeinschaft stiften“, sagt Helga Reihl
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18:13 15.09.2017
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Menschen und Aktionen, die Gemeinschaft stiften, die etwas schaffen, das andere Menschen erreicht, mitreißt und einbezieht, begeistern mich. Die dazu beitragen, dass Kontakte entstehen und Brücken gebaut werden.

Helga Reihl (46) zog vor etwa 20 Jahren aus Oberfranken nach Lübeck. Sie arbeitet als Beraterin, Coach und Musikpädagogin. Als Seminarleiterin begleitet sie die Teilnehmer bei Fragen rund um das Thema Gesundheit und Arbeit und unterstützt in Einzelgesprächen Ratsuchende in Veränderungsprozessen. Sie engagiert sich im Verein musikum e.V., wo sie auch Saxophonunterricht anbietet.

Beeindruckend finde ich es, zu erleben, wie einfach dies gelingt, wenn Musik und Rhythmus im Spiel ist. Wie Musik uns dabei hilft, in Kontakt zu kommen. Mit unseren Gefühlen, mit unserem Körper, wie sie uns in Bewegung und in Kontakt mit anderen Menschen bringt. Und so schätze ich in Lübeck die zahlreichen Möglichkeiten, Musik in ihrer Vielfalt zu erleben.

Mich begeistern die Tontalente – eine Initiative, die Musik als verbindendes Element nutzt. Mit musikalischen Angeboten schaffen die Tontalente Möglichkeiten zur Begegnung zwischen Kindern und Erwachsenen verschiedenster Herkunft.

Oder die Musikfreizeiten des musikum e.V. Hier können Kinder und Jugendliche eine Woche lang intensiv in die Musik eintauchen und lernen dabei viel mehr als nur gemeinsam zu musizieren. Ergebnisse der letzten Freizeit sind am 30. September um 16 Uhr im Johanneum zu hören.

Neben vielen anderen Orten, an denen man Musik hören kann, freue ich mich vor allem über kleine Bühnen wie im Tonfink mit handgemachter Musik die von Herzen kommt. Oder im Live-CV, wo junge und innovative Künstler zu hören sind und man seit kurzem am ersten Sonnabend im Monat im JuJu-Club sogar tanzen kann.

Es begeistert mich, Menschen zu erleben, die sich entwickeln und den Mut haben, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben. Die Widersprüchen nicht aus dem Weg gehen und auch mal riskieren zu scheitern, über sich selbst lachen können und auch ernsten Themen mit Humor begegnen.

Dazu gehört Konstantin Wecker, der immer wieder Position bezieht, kraftvoll und leidenschaftlich, der sich selbst treu bleibt, indem er sich immer wieder hinterfragt.

Und Irene Dische, die in ihrem Buch „Großmama packt aus“ auf humorvolle und charmante Weise von den Spannungen und Brüchen ihrer Großmutter erzählt, die den Holocaust überlebt hat.

Und so beleuchten auch die Filme, die mich in den letzten Jahren begeistert haben, eher die Momente menschlicher Kommunikation, in denen etwas ruckelt, schief läuft oder unklar bleibt: So zum Beispiel „Toni Erdmann“ von Maren Ade mit skurril-wunderbaren Szenen des Nicht-Verstehens zwischen Vater und Tochter oder „Anderswo“ von Ester Amrami (2015) mit der paradoxen Beschäftigung mit einem Wörterbuch für unübersetzbare Wörter, vielen familiären Konflikten und der Sprachlosigkeit zwischen einem jungen Paar zwischen Israel und Deutschland.

Nicht zuletzt begeistert es mich, dass ich mit meiner Arbeit Möglichkeiten gefunden habe, das zu tun, was mir wichtig ist und mir Freude macht.

LN

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