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Kultur im Norden Geraubte van Goghs bei Drogenboss entdeckt
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19:14 30.09.2016
Axel Rüger, Direktor des Van- Gogh-Museums, mit einem der wiedergefundenen Werke. Quelle: AFP

Einer der spektakulärsten Kunstdiebstähle der vergangenen Jahrzehnte ist aufgeklärt: 14 Jahre nach dem Raub zweier Gemälde von Vincent van Gogh aus dem Amsterdamer Van-Gogh- Museum sind die Werke in Italien gefunden worden. Die italienische Polizei hatte die Gemälde, die von unschätzbarem Wert sind, südlich von Neapel im Zuge von Drogenermittlungen entdeckt. Sie seien im Haus des Camorra-Bosses Raffaele Imperiale versteckt gewesen, in Baumwolltücher eingewickelt, berichten italienische Medien. Imperiale sei im Januar festgenommen worden. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch Güter im Wert von 20 Millionen Euro beschlagnahmt.

Einen entscheidenden Hinweis zu den Bildern sei im Zuge der Drogenermittlungen von einem Mitbeschuldigten gekommen, der zusammen mit Imperiale festgenommen worden war.

„Ja, sie sind gefunden worden“, sagte der Direktor des Amsterdamer Museums, Axel Rüger. Ein Konservator hatte die Bilder im Auftrag der italienischen Justiz untersucht und die Echtheit festgestellt. Bei den Werken handelt es sich um das Gemälde „Zeegezicht bij Scheveningen“ („Meeressicht bei Scheveningen“, 1882) und „Het uitgaan van de Hervormde Kerk te Nuenen“ („Die Kirche von Nuenen mit Kirchgängern“, 1884/1885). Sie seien leicht beschädigt, aber in relativ gutem Zustand. Beide Gemälde waren im Dezember 2002 gestohlen worden. Die Diebe waren in der Nacht mit einer Leiter über das Dach in das Museum eingestiegen und unerkannt entkommen. Sie wurden später gefasst und 2005 zu Haftstrafen von mehr als drei Jahren verurteilt. Von den Bildern fehlte aber bis jetzt jede Spur. Nach dem Einbruch hatte das Museum eine Belohnung von 100 000 Euro für das Aufspüren der Kunstwerke ausgesetzt.

Der italienische Premierminister Matteo Renzi und sein Kulturminister Dario Franceschini gratulierten den Ermittlern. Der Wert der Bilder wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Sie seien aber vor allem auch kunsthistorisch sehr wichtig, betonte das Museum. Laut FBI gehört der Diebstahl zu den „Top Ten“ der Kunstraube der Welt.

LN

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