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Gesichter und Geschichten

Lübeck Gesichter und Geschichten

Kassandra Triebel zeigt Bilder und einen Spielfilm in der Defacto Art Gallery.

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„Knoblauchkuss“ nennt Kassandra Triebel ihr Bild mit den zwei Gesichtern.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Lübeck. Lübeck. Es lohnt sich, einen Schritt zurückzugehen. Hinter den expressiven Pinselstrichen scheinen Gesichter auf. Keine konkreten Porträts, die Konturen verlieren sich im Ungefähren. Man muss genau hinschauen bei Kassandra Triebel, die derzeit in der Galerie Defacto Art Gallery Geschichten erzählt: auf Acryl- und Ölbildern und auf großer Leinwand in einem Film.

Die großformatigen Kunstwerke entfalten durch Farbe und Struktur ihre Wirkung, die Gesichter geben ihnen eine weitere Dimension, und Titel wie „Abenteuer am Waldsee“, „Tagträumerin“, „Vulvaneid“ oder „Knoblauchkuss“ lassen Raum für Assoziationen.

So facettenreich wie ihre Bilder sind die Ausdrucksmöglichkeiten der 1966 geborenen Künstlerin: als Maskenbildnerin, Malerin, Grafikerin, Objektkünstlerin und Filmemacherin. Mit „Die Trümmer meines Nachbarn“ stellt sie nun ihren ersten 45-minütigen Spielfilm vor — gedreht in schwarz- weiß mit Profis und Laien. Und erstmals nicht mit einer Super-8-, sondern einer Digitalkamera. Es ist ein Nachruf auf den ehemaligen Schlosspark in ihrer Heimatstadt Braunschweig, auf dem nun ein Einkaufszentrum steht — geistreich und ruhig erzählt aus der Sicht eines arbeitslosen Lübecker Stadtplaners, den die Suche nach dem verschwundenen alten Koffer seines Nachbarn nach Braunschweig führt. Dabei spielt sie nicht die unterschiedlichen Positionen gegeneinander aus und findet ein originelles Ende. ph

Defacto Art Gallery, Balauerfohr 31, Lübeck, Ausstellung und Film am 3., 6. und 7. Mai ab 20 Uhr. Eintritt: 5 Euro.

LN

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