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Kultur im Norden Gespachtelte Welten
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16:46 30.08.2018
„Sankt Jakobi im Morgenlicht“ von Stefan Dobritz. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

 Zwei Künstler, die in Lübeck aufgewachsen sind und sich seit ihrer Kindheit kennen, stellen jetzt gemeinsam in der Galerie Koch-Westenhoff in der Hüxstraße aus. Stefan Dobritz und Peter Witt arbeiten ihre Landschafts- und Städtebilder in Spachteltechnik. Durch diese Technik, bei der die Farbe nicht mit dem Pinsel, sondern mit einem Palettenmesser oder einem Malspachtel auf den Untergrund aufgebracht wird, entsteht eine ganz bestimmte Plastizität, die ausgesprochen expressiv wirken kann. Vincent van Gogh war der bekannteste Maler der Moderne, der in dieser Technik gearbeitet hat.

Es sind vorwiegend regionale Motive, die Stefan Dobritz und Peter Witt in ihre Bilder umsetzen. Dobritz zum Beispiel liebt den Blick vom Pariner Berg auf Lübeck, gleich mehrfach hat er diese Ansicht auf die leinwand gespachtelt. Es gibt diese Ansicht mit der von Nebelschwaden umwehten Hansestadt oder auch mit Rapsfeldern im Vordergrund – diese großformatigen Gemälde leben von den Stimmungen, die sie flächig transportieren.

Peter Witt stellt einige Bilder mit Szenen aus dem Hamburger Hafen aus, die ebenfalls durch ihre Atmosphäre überzeugen. Beide Maler, die viel auf Sylt arbeiten, sind mit ihrer norddeutschen Heimat vertraut. Dünenlandschaften, Blicke auf die mehr oder weniger bewegte Nordsee: Das ist die Bildsprache, mit der die Künstler arbeiten. Was aber Peter Witt nicht daran hindert, über den Rand der Norddeutschen Tiefebene zu blicken. Seine Frühlingsansicht der Landschaft um das Kloster Valldemossa auf Mallorca mit ihren blühenden Bäumen ist eine Sinfonie der Farben und eine der stärksten Arbeiten der Ausstellung.

Stefan Dobritz ist aber auch mit kleinen Formaten vertraut. Ganz bezaubernd sind seine Lübeck-Veduten. Der Blick über die Trave auf die Jakobikirche im Morgenlicht etwa überzeugt durch seine Farbigkeit ebenso wie durch das Spiel von Licht und Schatten. Ein ganz vorzügliches Gemälde, das auch in diesem kleinen Format sinnlich und faszinierend wirkt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. September in der Galerie Koch-Westenhoff (Hüxstraße 29) zu sehen.

Jürgen Feldhoff

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