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Gewaltiges „Cellissimo“ in St. Marien

Bad Segeberg Gewaltiges „Cellissimo“ in St. Marien

„Cellissimo“ – der Zusammenklang mehrerer Celli wird nicht eben häufig geboten und ist schon deshalb von großer Faszination.

Bad Segeberg. „Cellissimo“ – der Zusammenklang mehrerer Celli wird nicht eben häufig geboten und ist schon deshalb von großer Faszination. Das muss nicht

zwangsläufig so gewaltig daher kommen wie mit den zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker – drei Celli genügen vollauf. So jetzt geschehen mit Chiara Enderle, Jens Peter Maintz und Andrei Ionita in St. Marien in Bad Segeberg. Nicht zuletzt aufgrund der klugen Programmauswahl ein bemerkenswerter Abend in der nicht ganz ausverkauften ältesten Backsteinkirche des Nordens. Francois Couperins „5 Pièces en concert“, ursprünglich für Cembalo komponiert, erklangen als Bearbeitung einer Bearbeitung: David Geringas hat zuletzt die Form für drei Celli geschaffen. Die fünf Sätze gipfelten im feurigen „Tanz des Teufels“ (Air de diable). Eine G-Dur–Sonate für Cello (Enderle) und Basso Continuo (Ioinita) von Anton Kraft (1752-1820) stellte die damals allgemein favorisierte Sopran-Lage des Cellos in den Vordergrund, während György Ligetis Sonate für Cello solo (Maintz) all die Gestaltungskraft unserer heutigen Zeit zelebriert. Zum Ende wechseln Töne geschickt im Halbtonabstand hin und her – die Tonalität bleibt so gewahrt, hart an der Grenze zur Atonalität. Dazu – natürlich – Haydn (Divertimento in D-Dur, Duett in D-Dur) und ein Beethoven-Trio, ursprünglich für zwei Oboen und Englischhorn – die 400 Zuhörer in St. Marien waren begeistert. Heute spielt das Trio in der Bonifatiuskirche in Schenefeld (20 Uhr).

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