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Gleiches Recht für alle Blinden

Leipzig Gleiches Recht für alle Blinden

. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde fordert einen erleichterten Austausch von Büchern in Blindenschrift über Landesgrenzen hinweg. Die Europäische Union hatte 2017 eine entsprechende Voraussetzung geschaffen, nun müsse der deutsche Gesetzgeber tätig werden, erklärte die Zentralbücherei.

Leipzig. „2018 wird dieser Weg hoffentlich frei gemacht, wenn Deutschland den sogenannten Vertrag von Marrakesch ratifiziert“, sagte Büchereidirektor Thomas Kahlisch. Bislang regelt das deutsche Urheberrecht demnach lediglich, dass Blindenbüchereien Werke für Sehbehinderte aufbereiten dürfen, ohne die jeweiligen Verlage um Erlaubnis zu fragen. Nicht möglich ist hingegen der Austausch aufbereiteter Bücher mit anderen Ländern. „Der Vertrag löst dieses Konstrukt auf“, sagte der Sprecher der Zentralbücherei, Ronald Krause. Davon würden vor allem Länder profitieren, in deren Landessprachen es bislang keine oder kaum Werke etwa in sogenannter Braille-Schrift gibt. Blinden in Deutschland würde es wiederum möglich, aufbereitete Bücher auf Englisch oder Spanisch auszuleihen.

Zudem sieht der Vertrag eine Erweiterung des literarischen Angebots für Sehbehinderte vor, etwa durch E-Books oder den Druck von Büchern in sehr großer Schrift (Maxi-Druck).

Direktor Kahlisch sagte, hierbei und bei der Organisation des internationalen Austauschs „erhoffen wir uns auch die Unterstützung des Bundes und der Verlage“.

Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde wurde 1894 gegründet und ist die älteste Blindenbücherei Deutschlands. Sie hat rund 5500 aktive Nutzer und bietet knapp 18000 Werke in Braille-Schrift und mehr als 40000 Hörbücher an.

LN

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