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Kultur im Norden Globalisierung auf der Leinwand
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18:15 26.04.2016
Von Haus zu Haus wandert der Blick auf den Bildern von Hanna Malzahn. Die Hamburgerin stellt ihre Collagen in Lübeck aus. Quelle: L. Roessler

Lübeck. Zuerst fallen die frischen, kräftigen Farben ins Auge: Blau, Türkis, Rot und Violett. Bunte russische Kirchen mit Zwiebeltürmchen wirken betont einfach und naturalistisch, durch sie fand Hanna Malzahn ihr künstlerisches Thema: Häuser. Schon als Kind habe sie gern Gebäude gemalt. „Sie symbolisieren Heimat, Schutzraum, Wurzeln“, sagt die Hamburger Malerin. Inzwischen sind ihre Bilder differenzierter, abstrakter. Es sind Stadt-Landschaften, in denen der Betrachter mit den Augen spazieren gehen und immer neue Details entdecken kann — derzeit im Atelier No. 44 in Lübeck.

Die Collagen zeigen markante Gebäude der Welt vom indischen Mausoleum Taj Mahal bis zur Hamburger Elbphilharmonie oder überlagerte Architektur-Details von gotischen Kirchenbögen bis zur Wolkenkratzer-Silhouette. Die studierte Mode- und Textildesignerin und ehemalige Studienrätin benutzt als Vorlagen gerne Bilder aus Zeitungen, die sie mit unterschiedlichen Materialien überklebt und mehrfach übermalt, so dass sich Schicht für Schicht das fertige Stadt-Bild aufbaut. Oder sie konzentriert sich auf Details wie im Brücken-Zyklus — einzelne Bögen und Träger, die grafische Strukturen ergeben.

Dass Hanna Malzahn nun in Lübeck ausstellt, hat auch etwas mit einer Kirche zu tun: In der russisch- orthodoxen Kirche in Stellingen waren Bilder von Ilona Kelling zu sehen, die mit Karsten Müller das Atelier No. 44 betreibt. Hanna Malzahn sah Kellings Bilder und teilte der Malerin ihre Begeisterung mit. Zu sehen waren: nordische Häuser. Die sind nun ebenfalls in der Ausstellung anzuschauen und bilden einen schönen Kontrast zu Malzahns Stadtfragmenten. ph

„Von Haus zu Haus“, Atelier No. 44, Fleischhauerstr. 44, bis 7. Mai, Mo-Fr von 13-18 Uhr, Sa von 11-16 Uhr

LN

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