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Götterfunken in den Zechen

Götterfunken in den Zechen

Bochum. Jedes Jahr im Spätsommer verwandeln sich im Ruhrgebiet ehemalige Zechen, Halden und Stahlwerke in Aufführungsorte für Opern, Theaterstücke und Tanzvorführungen ...

Bochum. Jedes Jahr im Spätsommer verwandeln sich im Ruhrgebiet ehemalige Zechen, Halden und Stahlwerke in Aufführungsorte für Opern, Theaterstücke und Tanzvorführungen – es ist wieder Ruhrtriennale. Dieses Jahr startet das Festival am 18. August mit der Oper „Pelléas et Mélisande“ von Claude Debussy. In der Bochumer Jahrhunderthalle ist dann die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan zu erleben. Zuvor hält Nobelpreisträgerin Herta Müller die Festspielrede zur Eröffnung.

Im Mittelpunkt des Festivals stehen diesmal Utopien und Zukunftsvisionen. Dabei wolle man sich von den drei Begriffen „Freude“, „schöner“ und „Götterfunken“ aus Schillers „Ode an die Freude“ leiten lassen, erläuterte Intendant Johan Simons das Programm. Seit seinem Antritt habe sich die Welt sehr verändert, sagte der 70-jährige Niederländer. Sie wirke manchmal wie aus den Fugen. Man spüre aber auch, dass sich Europa nun wieder auf seine eigene Kraft besinne. „Vielleicht können wir mit künstlerischen Götterfunken unserem Publikum ein paar Hoffnungsschimmer schenken.“

Bis zum 30. September werden zwischen Duisburg und Dortmund 40 Produktionen zu erleben sein, darunter mehrere Uraufführungen. So meldet sich Elfriede Jelinek mit aktuellen Kommentaren zur US-Politik zurück: Die österreichische Nobelpreisträgerin hat ihren Text „Kein Licht“ von 2011 zum Atomunfall von Fukushima erweitert. Johan Simons’ letzte Inszenierung als Intendant wird am 22. September das Stück „Cosmopolis“ nach dem gleichnamigen Roman des US-Autors Don DeLillo sein. Der Roman erzählt wenige Jahre vor der Finanzkrise 2008 vom Einbruch der Wirklichkeit in das Leben eines gewissenlosen Börsenspekulanten in New York.

LN

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