Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Goldene Palme: Triumph für Ken Loach

Cannes Goldene Palme: Triumph für Ken Loach

Vorfreude und Skepsis hatten sich vorab die Waage gehalten. Würde die Jury dem weltweit wichtigsten Filmfestival demonstrativ den Weg in die Zukunft bahnen?

Voriger Artikel
Auch ein König hat’s nicht leicht
Nächster Artikel
Ein Festival vom Feinsten

Ausgezeichnet in Cannes: Regisseur Ken Loach (79).

Quelle: AFP

Cannes. Vorfreude und Skepsis hatten sich vorab die Waage gehalten. Würde die Jury dem weltweit wichtigsten Filmfestival demonstrativ den Weg in die Zukunft bahnen? Würden Jury-Präsident George Miller und seine acht Mitstreiter etwa eine Regisseurin auszeichnen? Vielleicht sogar eine deutsche Regisseurin – und dann noch eine mit einer Komödie? Das waren drei Hindernisse nach den Maßstäben von Cannes – das 69. Festival hat die Hürden nicht übersprungen. Der deutsche Beitrag „Toni Erdmann“ von Maren Ade war in Festivalrankings als Favorit gehandelt worden, ging leer aus. Die Goldene Palme holte sich der 79-jährige Brite Ken Loach.

 

LN-Bild

Tatsächlich präsentierte der immer noch kämpferische Cannes- Veteran mit „I, Daniel Blake“ ein anrührendes Sozialdrama über einen Tischler, der in die Fänge des britischen Sozialsystems gerät. Aber solche Filme dreht Loach seit einem halben Jahrhundert, dies war seine 16. Einladung. Zudem hat er mit „The Wind That Shakes The Barley“ schon vor zehn Jahren den Hauptpreis gewonnen. Warum also schon wieder er? Umso überraschender ist diese Entscheidung, als sich die Jury sichtlich bemühte, auf jüngere Kräfte zu setzen. Als klarer Fehlgriff muss allerdings der Große Jury-Preis für den erst 27-jährigen Kanadier Xavier Dolan bezeichnet werden: Sein Familiendrama „Juste La Fin Du Monde“ geht in allgemeiner Hysterie unter. Die deutsche Hauptdarstellerin Sandra Hüller hatte in „Toni Erdmann“ Begeisterungstürme entfacht. Doch auch für sie reichte es nicht in einem starken Frauenfeld. Die Palme holte sich die Philippinin Jaclyn Jose in „Ma’ Rossa“. Der Preis bei den Männern ging an den Iraner Shahab Hosseini, der sich in Asghar Farhadis Drama „Forushande“ von einem liebenswerten Ehemann in einen hartherzigen Rächer verwandelt. S. Stosch

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden