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Groß, bombastisch, Art Basel

Basel Groß, bombastisch, Art Basel

. Das Kunstwerk als Groß- Installation und Rundumerlebnis statt „Flachware im Wohnzimmerformat“: Die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst der Welt, ...

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Küchenkunst: Tobias Rehberger vor seinem Porzellan-Mobiliar auf der Art Basel.

Quelle: Fotos: Dpa

Basel. . Das Kunstwerk als Groß- Installation und Rundumerlebnis statt „Flachware im Wohnzimmerformat“: Die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst der Welt, die Art Basel, hat den Trend zu großformatigen Werken früh entdeckt, wenn nicht beflügelt: Seit fast 20 Jahren bietet sie im Rahmen ihrer jährlichen Schau im Segment „Unlimited“ Künstlern Raum für Großformatiges. In diesem Jahr sind mehr als 70 Künstler dabei, vom 15. bis 18. Juni sind ihre Werke in der Messe der Schweizer Stadt zu sehen.

Der Italiener Francesco Arena zeigt auf einem zwischen Wänden gespannten meterlangen Metallbalken Erde aus einem Flüchtlingslager auf Lampedusa, genau auf der Höhe von 1,57 Metern, seiner Augenhöhe.

Er kreiert so einen Horizont zwischen Himmel und Erde, Verheißung und Bedrohung. Die Britin Phyllida Barlow zeigt riesige Fahnen, Symbole der Macht und des Patriotismus, so dicht aufgestellt, dass Besucher sich nur hindurchzwängen können.

Der Esslinger Bildhauer Tobias Rehberger ist mit einer funktionierenden Küche vertreten, der ersten Einbauküche „Frankfurter Küche“ von 1926 nachempfunden, aber ganz aus Porzellan und mit einer Lampe aus Ikea-Schüsseln. Er sei daran interessiert, Lebenswirklichkeit in die Kunst zu bringen, sagt Rehberger. Da sei vieles zwangsläufig größer. Aber manche Werke erinnern ihn an künstlich aufgepumpte Muskeln eines Bodybuilders. „Das geht leicht ins Unangenehme, wenn man einer Arbeit nicht zutraut, von allein zu wirken“, sagt Rehberger.

Karen van den Berg, Professorin für Kunsttheorie an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen, sieht in dem Trend zu Großformatigem eine „Demokratisierung der Kunst“: „Es geht nicht mehr um die intime Betrachtung vor Gemälden im Wohnzimmerformat, sondern das Publikum kann sich treffen, gemeinsam Kunst erleben.“

LN

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