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Kultur im Norden Großaufgebot junger Stimmen
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18:12 10.03.2016

Es ist ein ungewohntes Erlebnis, Rolf Becks Chorakademie mit einer anspruchsvollen Messe zu hören. Normalerweise sitzen gefeierte Gesangssolisten vor dem Chor, treten zu ihren Einsätzen an die Rampe. Bei Beck und den rund 30 Mitstreitern sind die Choristen zugleich die Solisten. Schließlich besteht sein aus aller Welt zusammengesuchtes Ensemble aus studierten Musikern. Im Fall des jüngsten Konzertes in der Lübecker Musikhochschule hatten zudem die Gesangspädagogen Margreet Honig, Marcel Boone und Lucia Duchonova in Meisterkursen den Solosängern letzten Schliff verpasst.

Auch das ist eine Besonderheit: Für die anspruchsvollen Stellen in Gioachino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ traten immer wieder andere junge Stimmen nach vorn. Aufgeführt wurde die Messe in der Fassung für Chor, Soli, zwei Klaviere und Harmonium. So hatte der Meister 1863 das Werk für seinen gräflichen Auftraggeber komponiert.

Becks Chor durfte immer wieder in die Vollen gehen. Aber auch Pianostellen, etwa im „Dona nobis pacem“, wurden nicht unterschlagen. Wie gemeißelt stand, zum Beispiel, die Einleitungszeile des „Cum Sancto Spiritu“ im Raum.

Unmöglich, hier alle Solisten zu würdigen. Man müsste mehr als die Hälfte der Chormitglieder nennen. Schöne, vielversprechende Stimmen erklangen jedenfalls in allen Lagen, einschließlich eines Soprans mit schwarzem Bart (Bruno de Sá Nunes aus Brasilien).

Zuvor gab es den Schumann-Zyklus „Spanisches Liederspiel“ auf Texte, die Emanuel Geibel aus dem Spanischen übersetzt hat. Als Solisten der Lieder für eine, zwei oder mehr Stimmen traten ebenfalls junge Sängerinnen und Sänger aus Ungarn, Brasilien, Polen, Bulgarien und Litauen nach vorn. Man hätte ihnen ein größeres Auditorium gewünscht.

Von Konrad Dittrich

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