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Große Musik gespielt in altem Stil

Wotersen Große Musik gespielt in altem Stil

Ton Koopman ist einer der Großen in der Welt der historisch informierten Aufführungspraxis.

Wotersen. Ton Koopman ist einer der Großen in der Welt der historisch informierten Aufführungspraxis. In der Reithalle von Schloss Wotersen zeigte er auf, dass auch junge Musiker, die auf modernen Instrumenten spielen, von seinem Wissen profitieren können.

 

LN-Bild

Der niederländische Dirigent und Organist Ton Koopman.

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Der Abend begann mit einem der bekanntesten Werke Johann Sebastian Bachs, der dritten Orchester-Suite. Man kann immer darüber streiten, ob man besser Barock-Trompeten statt moderner Instrumente einsetzt, wenn man ein Orchester in vibratofreier alter Artikulation spielen lässt. Das Orchester mit seinen Musikerinnen und Musikern aus aller Welt hatte scheinbar keine Mühe, sich auf diese für viele Instrumentalisten ungewohnte Art des Spiels einzustellen. Koopman dirigierte in der für ihn typischen intensiven Art, die Tempi waren zügig.

Das galt auch für die frühe Haydn-Sinfonie „Le matin“, die noch stark an das barocke Concerto grosso erinnert. Hier konnten sich in den Instrumentengruppen vor allem die Solisten auszeichnen, Koopman fügte die Stimmen geschickt zu einem kompakten Gesamtklang.

Im alten Stil ließ der Dirigent auch Mozarts letzte Sinfonie, „Jupiter“ genannt, spielen. Sie entfaltete so einen ganz eigenen Reiz. Die Artikulation wirkte zunächst etwas trocken, das strahlende C-Dur kam aber dennoch zur Geltung. Ton Koopman differenzierte in Dynamik und Tempi, seine Interpretation brachte alle Farben dieser Sinfonie zum Klingen. Vor allem im letzten Satz zeigte das Orchester eine große Leistung in Sachen Präzision und Tongebung.

Das Publikum in der vollbesetzten Reithalle war begeistert und erklatschte sich eine Zugabe. Und so erklang nochmals das Menuetto aus der „Jupiter“-Sinfonie, spannend und fein ziseliert wie zuvor schon. Man hätte Lust gehabt, die ganze Sinfonie noch einmal zu erleben. Jürgen Feldhoff

LN

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