Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Große Namen im Kleinen Theater
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Große Namen im Kleinen Theater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:14 03.05.2016

Bargteheide. Hamburg ist nicht weit entfernt und der Sog der Kultur-Stadt groß. Doch Bargteheide wollte schon in den 1950er Jahren selbst für die kulturelle Grundversorgung seiner knapp 15000 Einwohner sorgen und baute ein Kino- und Theatergebäude mit mehr als 300 Plätzen. Dass dieses Haus inzwischen überregionale Strahlkraft besitzt, ist vor allem mit einem Namen verbunden: Kirsten Martensen.

David Kross, Kirsten Martensen († 2013) und Detlev Buck (v.l.) 2010 im „Kleinen Theater“ Quelle: Albrod

Vor 25 Jahren gründete die Schauspielerin das „Kleine Theater“, unter dessen Dach sich unterschiedliche Angebote ergänzen. Da gibt es ein Kino, das mehrfach für sein gutes Filmprogramm ausgezeichnet wurde. Regelmäßig treten Tourneetheater, Musiker und Kleinkünstler von Rang und Namen im Kleinen Theater auf — im Mai zum Beispiel gastieren das A-Capella-Quartett La Le Lu, im Juni die Gustav Peter Wöhler Band.

Unverwechselbar machen jedoch die Eigenproduktionen das Haus: Die 12 bis 14 Oldies vom Senioren-Kabarett bringen gut 1000 Jahren Lebenserfahrung auf die Bühne und haben ihr treues Publikum gefunden.

In der Theaterschule „Blaues Wölkchen“ werden etwa 100 Kinder und Jugendliche an das Theaterspiel herangeführt — ihre Winter- und Sommeraufführungen werden bis zu 40 mal gespielt und haben schon manches Talent hervorgebracht. Prominentester Vertreter ist David Kross, den Regisseur Detlev Buck 2005 für die Hauptrolle in seinem Film „Knallhart“ entdeckte und der es danach mit einer Titelrolle in „Der Vorleser“ bis nach Hollywood schaffte.

2003 hatte er mit der Kindertheatergruppe „Blaues Wölkchen“ seinen ersten größeren Auftritt in Kirsten Martensens Inszenierung von „Hilfe, die Herdmanns kommen“. Inzwischen kommt er als Gast immer wieder mal gern ins „Kleine Theater“.

„Mit dem überraschenden Tod der Prinzipalin Kirsten Martensen vor drei Jahren musste vieles neu organisiert werden“, sagt Geschäftsführerin Maren Kröger. Die Kindertheaterschule, bislang Teil von KM KulturManagement, wird weiter Stücke inszenieren. Derzeit laufen die Proben für das Sommermärchen „Die Bremer Stadtmusikanten oder was wirklich beim Casting geschah“, die Premiere ist am 12. Juni.

Die Theaterschule wird sich demnächst konzeptionell umstrukturieren. Es soll ein Verein gegründet werden, der sich im Gesamtgebilde als ein kultureller Baustein versteht.

Das Haus steht vor einem Neuanfang, denn mit dem Ausscheiden der letzten Gesellschafterin, Maren Kröger, sind weitere neue Strukturen zu schaffen. Die vielen Facetten aber bleiben erhalten und sollen das „Kleine Theater“ auch in Zukunft als Kultur-Leuchtturm am Rande Hamburgs leuchten lassen.

Programm: 12./13. Mai: La Le Lu; 27. Mai: Kabarett „Die Ängste der Hengste“; 24. Juni: Gustav Peter Wöhler Band

Von ph

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In seinem Roman-Debüt entführt André Heller in eine bessere, längst vergangene Zeit. Das Glück können die Menschen nur im Süden finden, nicht im grauen Wien.

03.05.2016

. Seltene Briefe an den Vater, zum Teil unveröffentlichte Manuskripte und Fotos aus dem Besitz des französischen Schriftstellers Marcel Proust kommen am 31.

03.05.2016

Zwei Inszenierungen des Hamburger Schauspielhauses wurden in die Hauptstadt eingeladen.

03.05.2016
Anzeige