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Kultur im Norden Große Oper vor halbleeren Reihen
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19:15 28.01.2016

Die rund 250 Zuschauer der Giuseppe Verdi-Nacht, die Mittwochabend von Solisten, Chören und dem Orchester der Warschauer Sinfoniker präsentiert wurde, wirkten etwas verloren in der großen Rotunde der Musik- und Kongresshalle. Nicht einmal ein Viertel aller Plätze war belegt, als das Orchester mit der „Ouvertüre“ aus „Nabucco“ begann. Und das, obwohl Gastgeber Christian Lanza, Enkel des berühmten Opernsängers Mario Lanza, im Programmheft vollmundig als Star-Tenor und Ausnahmetalent angekündigt wurde.

Den meisten Applaus sicherte sich allerdings ein anderer. Der Bariton Giulio Boschetti wurde zum heimlichen Star des Abends. Er brillierte unter anderem in „Di Provenza il mar“ aus „La Traviata“ und „Cortigiani“ aus „Rigoletto“. Ein Höhepunkt war auch der Gefangenenchor aus „Nabucco“, bei dem der Chor aus jeweils zehn Männern und Frauen stimmgewaltig auftrat. Stark war außerdem auch die Sopranistin Silvia Rampazzo im Duett mit Giulio Boschetti nicht nur gesanglich, auch mimisch und gestisch machte sie die Dramatik ihrer Rolle in „Ciel mio padre“ erlebbar.

Vor dem Bild der Arena in Verona im Hintergrund feuerte Dirigent Stephen Ellery die Mitwirkenden an. Nach jeder Darbietung schüttelte er die Hände der Musiker und Sänger. Der Chor war mit stilechten Kostümen aus dem 19. Jahrhundert dem stimmungsvollen Bühnenbild angepasst.

Bei „Brindisi“ aus „La Traviata“ klatschten schlussendlich auch die Zuschauer im Takt mit. Tenor Christian Lanza war vor allem in den lauten Passagen überzeugend, er präsentierte unter anderem „Celeste Aida“ aus der Oper „Aida“ und „La donna e mobile“ aus „Rigoletto“. Zum Schluss gab es mit „O sole mio“ ein Wetteifern zwischen Tenor Lanza, dem Bariton Giulio Boschetti und den Sopranistinnen Silvia Rampazzo und Malgorzata Wrzesieñ, bei dem am Ende selbst Lanza anerkennend für den Bariton klatschte.

Das Publikum verabschiedete die Künstler derweil mit Ovationen im Stehen. Maike Wegner

LN

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