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Kultur im Norden Grundsätzlich künstlerisch
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18:10 14.06.2018
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Am Anfang war der Tanz. 1943 in Königsberg geboren, machte Heide Segebrecht 1962 in Lübeck eine Tanzausbildung, entwickelte sich in der Martha Graham School für Modern Dance in New York später weiter. Doch die Bewegung war für die kreative Frau nur eine Art, sich ausdrücken. Sie schrieb Gedichte und begann in den 1980er Jahren mit der Malerei. „Sie war ein grundsätzlich künstlerischer Mensch“, sagt ihr Mann Bernd Rose, ebenfalls Künstler. Für die Doppelausstellung hat er eine Auswahl aus verschiedenen Schaffensperioden seiner Frau getroffen.

Passend zum überschaubaren Raum sind in der Galerie Siebert in der Großen Burgstraße eher kleinformatige Monotypien zu sehen, die während eines Stipendiatenaufenthalts 1993 in Wien entstanden sind.

Es sind abstrahierte Ansichten der Stadt, etwa von Schiffen auf der Donau oder der Endstation der U4. Menschen sind schemenhaft zu erkennen – wieder ist die Bewegung ein zentrales Thema. Oft beweist sie auch subversive Komik und lässt sich von Alltagsgegenständen und Nachrichten inspirieren – etwa in der Collage „Hunde sollten grundsätzlich nicht sonnenbaden“, die sich auf einen Zeitungsartikel bezieht.

Auf der anderen Straßenseite, im Fenster der Galerie Artler, zieht ein großformatiges Bild in Rot, Schwarz, Grau die Blicke auf sich: „Aufsteigender Gedanke für den Entwurf eines roten Kleides beim Anblick eines Stilllebens“. Es repräsentiert Heide Rose-Segebrechts Art der Darstellung: starke Farben, deutliche Kontraste, Abstraktion auf der einen Seite, aber auch realistische Darstellung. „Am Anfang hat sie nur abstrakt gemalt, aber als dann jeder etwas anderes auf den Bildern sah, kamen auch figürliche Elemente dazu, damit die Deutung nicht so ganz offen ist“, erinnert sich Bernd Rose.

Es sind zum Teil dunkle Bilder, einzelne Gesichter sind zu erkennen, sie drücken Einsamkeit aus und können verstören. Aber es gibt auch die andere Seite, etwa das große Stilleben mit Fisch, in dem die Künstlerin Maisblätter verarbeitet hatte. „Sie nahm viel aus der Natur mit ins Atelier und hatte ein sehr gutes Gespür für Materialien und Raum“, sagt ihr Mann. So wirken diese Fundstücke nicht wie Fremdkörper, sondern fügen sich harmonisch ein – wie die Blätter auf dem Kopf einer eleganten Frau im roten Kleid mit langen Handschuhen – man kann es als Selbstbildnis sehen.

Egal, welche Facetten des Lebens Heide Rose-Segebrecht auch dargestellt hat, all ihre Bilder strahlen Kraft und Dynamik aus. Schön, dass sie wieder einmal in Lübeck zu sehen sind.

Von Petra Haase

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