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Kultur im Norden Gruselstory aus dem Reich der Mitte auf St. Pauli
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18:10 02.11.2017
Lübeck

Es beginnt ganz harmlos und in unserer Zeit. Ein Bauingenieur hat seinen Job verloren, mit Frau und Tochter zieht er in eine verwahrloste Wohnung auf St. Pauli, die seinem Schwiegervater gehört. Wie es sich für einen Thriller gehört, geschehen in dieser Wohnung immer mehr seltsame Dinge. An den Wänden finden sich chinesische Schriftzeichen, Blut quillt zwischen den Kacheln im Badezimmer hervor, die kleine Tochter des Ingenieurs erleidet plötzlich epileptische Anfälle. Und natürlich bewegen sich auch Türen von selbst, die Frau des Ingenieurs wird zunehmend von Albträumen geplagt. Bis dahin ist alles vorhersehbar und ausgesprochen konventionell gemacht, hervorzuheben sind allenfalls die schauspielerischen Leistungen von Stephan Kampwirth und Katharina Schüttler. Aber dann wird aus dem Fiction-Grusel plötzlich historische Realität.

Das Haus, in dem der Ingenieur mit seiner Familie untergekommen ist, steht mitten im ehemaligen Chinesenviertel. Und die Geister der von den Nationalsozialisten ermordeten Frauen, Männer und Kinder gehen weiter in dem alten Gemäuer um. Schließlich stellt sich heraus, dass der Schwiegervater des Ingenieurs bei der Verhaftung der Chinesen eine unheilvolle Rolle gespielt hat. In einem großen Finale werden schließlich alle Rätsel gelöst, auch das ist eher konventionell gefilmt und geschildert.

Die letzte Szene zeigt den Ingenieur, wie er gemeinsam mit seiner Familie Blumen am Gedenkstein für die ermordeten Chinesen ablegt, im Abspann erscheinen dann die Namen der Getöteten, denen der Film gewidmet ist. Und damit ist der Punkt der Fragwürdigkeit erreicht. Darf man den realen Horror, der 1944/45 geschah, im Jahr 2017 zur Grundlage eines Horrorfilms machen, in dem Nazi-Opfer die Geister geben und nach Rache suchen? Dieser Versuch, Fakten und Fiktion zu verbinden, ist nicht nur fragwürdig, er ist geschmacklos. Regisseur Damian Schipporeit, der sein Handwerk durchaus versteht, hätte sich einen anderen Stoff suchen sollen. Fel

„Tian“: morgen um 22.15 Uhr im Kino 7.

LN

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„Moin.“ „Moin.“ Moin? Das klingt etwas seltsam in einem Kino. Aber es ist Filmfestival, was will man machen. Da hat man nur fünf Tage Zeit, da müssen etwa zweihundert Filme reinpassen, und dann fängt man halt sehr zeitig an. Hat also alles seine Richtigkeit mit „Moin“.

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