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Gute Laune mit vielen Instrumenten

Lübeck Gute Laune mit vielen Instrumenten

Gut zweieinhalb Stunden Musik, alle alten Hits, dazu Coverversionen: Die sechs nicht mehr ganz jungen Jungs von Fury in the Slaughterhouse und ihre beiden musikalischen Gäste zogen bei ihrem Konzert in der nahezu ausverkauften MuK alle möglichen Register.

Lübeck. Und gut aufgelegt waren die sieben Herren samt der einzigen Dame außerdem. Christoph Stein-Schneider, sehr guter Gitarrist, annehmbarer Trompeter und Harmoniumspieler, gab zunächst Nachhilfeunterricht in Lübecker Geschichte. Denn was hat die Welt Lübeck zu verdanken? Marzipan? Von wegen – ihn natürlich, den Rockmusiker, der 1986 mit den Brüdern Wingenfelder, Hannes Schäfer und Rainer Schumann die Band in Hannover gegründet hat. Gut 30 Jahre sind sie jetzt auf Tour, mit Unterbrechungen zwar, aber dennoch ist das eine stramme Leistung. Und Musik können sie machen, die Instrumentalisten der Band mit dem sperrigen Namen.

Um die 20 verschiedene Instrumente kamen an diesem Abend zum Einsatz, vom Altsaxofon bis zur Zither (wirklich!). Erstaunlich war die Perfektion, mit der Bouzouki, Pedal Steel Guitar, Violine, Cello und alle möglichen anderen Klangerzeuger gespielt wurden. Das bekommt man als Zuhörer nur richtig mit, wenn es sich um ein „unplugged concert“ handelt, und das war es am Freitag auch meist. Nur selten kamen E-Gitarren zum Einsatz, und wenn sie erklangen, machte es gleich doppelten Sinn.

Es ist natürlich eine Frage des Sounds, und außerdem hatte der lange Abend mit Fury – wie die Fans die Band praktischerweise nennen – eine ganz eigene Dramaturgie. Von laut nach leise, von rockigen Nummern bis in waghalsige Nähe zur Schulze, Unbekanntes nach Bekanntem, das dazu noch beim Superhit „Radio Orchid“ in einer tanzbaren und schon deshalb eher seltsam wirkenden Remix-Version: Die Playlist von Fury hat Sinn. Und sie macht Laune, das Publikum reagierte ausgelassen auf die Darbietungen der Band.

Dazu kam, dass die Ansagen von Frontmann und Sänger Kai Wingenfelder zumeist witzig und humorvoll waren – das erlebt man leider nicht immer. Sie sind eben nicht nur hochmusikalisch, sondern auch eloquent und intelligent, die Verursacher des Aufruhrs im Schlachthof (wie man den Namen Fury in the Slaughterhouse übersetzen kann). Ein gelungenes Konzert und ein überaus unterhaltsamer Abend zum 30-jährigen Band-Jubiläum. Vielleicht denken die Herren von Fury doch noch darüber nach, in dieser Formation weiterzumachen – die Fans würden es ihnen danken. Fel

LN

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