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Kultur im Norden Händel als Popstar
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18:15 28.05.2018
Agong ist in Taiwan ein Superstar. In Lübeck begeisterte er am Klavier mit Ausschnitten aus seinem Soloprogamm. Quelle: Foto: Olaf Malzahn

Sphärische Klänge schweben durch Schuppen 6 am Sonnabend beim Finale des Festivals. Einzelne Instrumente stimmen ein, im Laufe des Abends mischen sich klassische Passagen mit Elektrosounds, Rap, Rock- und Poprhythmen, und am Ende gibt es viele Bravo-Rufe und eine Zugabe. Das Thema des Abends: die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Spektakulär war die erste Aufführung 1749 bei einem Feuerwerk auf der Themse – für unsere Zeit spektakulär interpretierten Franz Danksagmüller, dozent an der Musikhochschule Lübeck (mit seinem selbstgebastelten „Gulliphon“ und Elektronik), der Violinist Gregor Hübner aus New York, Monika Roscher aus München (Bassgitarre) und der Lübecker Trompeter Sven Klammer die Sätze. Wenn klassische Passagen plötzlich in eine Jam-Session übergehen, man sich in ein Rockkonzert versetzt fühlt und Elektronik den Ton angibt, wird Händel zum Popstar.

Darauf muss man sich einlassen, und das taten die Besucher im gut gefüllten Hafenschuppen. Sie waren zwar nicht überwiegend die vom Festival anvisierte Zielgruppe U30, aber deutlich jünger als das Stammpublikum klassischer Konzerte. Immer wieder unterbrachen Jubelrufe die Passagen und Soli von den exzellenten Solisten. Große Anerkennung gebührt auch dem ambitionierten internationalen Ensemble aus Musikstudenten, die sich mit ungebändigter Spielfreude in diese musikalische Grenzwanderung warfen.

Nach der Pause durften international gefeierte Pianisten in Lübeck ihr Debüt geben: Luciano Supervielle aus Montevideo, der es schafft, den guten alten Tango dancefloortauglich zu machen, und Agong aus Taipei.

Die neun Konzerte von Classical Beat haben gezeigt, dass unter der künstlerischen Leitung des Lübecker Professors für Popularmusik, Bernd Ruf, der Klassik nicht nur ein neues Gewand umgehängt wurde, sondern eine ganz zeitgenössische künstlerische Qualität entstand. Darüber ist auch Festival-Chef Hans- Wilhelm Hagen glücklich. „Wir haben uns gesteigert in jeder Beziehung: mehr Konzerte, mehr Besucher, höhere Qualität.“ Für die jungen Musiker sei die Zusammenarbeit mit den Profis eine Inspiration gewesen. Auch das Schulprojekt „Digital Soundscapes“ soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. ph

LN

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