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Hamburger Kammerspiele verlängern Vertrag um zehn Jahre

Hamburg Hamburger Kammerspiele verlängern Vertrag um zehn Jahre

Die Zukunft der Hamburger Kammerspiele ist für weitere zehn Jahre gesichert. Der Mietvertrag für das traditionsreiche Privattheater wurde im August entsprechend ...

Hamburg. Die Zukunft der Hamburger Kammerspiele ist für weitere zehn Jahre gesichert. Der Mietvertrag für das traditionsreiche Privattheater wurde im August entsprechend erneuert, teilte Intendant Axel Schneider am Donnerstag in Hamburg mit. „Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft“, sagte Schneider, der das Theater im Hamburger Stadtteil Rotherbaum seit 2003 leitet. „Ich finde, Theater ist etwas sehr Wichtiges, vor allem für die jüngere Generation“, ergänzte Unternehmer Jürgen Hunke, der das Haus vor 21 Jahren von der Stadt gekauft hatte.

Um ein neues, junges Publikum zu erreichen, wird am 21. November der Logensaal mit einer Lesung mit Werken von Wolfgang Borchert (1921-1947) wiedereröffnet. Einen Tag nach seinem Tod war sein Drama „Draußen vor der Tür“ in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt worden. Außerdem soll es zwei Mal im Monat Musikabende geben. Am 3. Dezember startet das Kinderprogramm mit dem Stück „Zum Glück gibt's Freunde“. Um das Theater zu unterstützen, wurde außerdem ein Freundeskreis gegründet. „Wir wollen die Tradition des Hauses pflegen“, sagte der CDU-Politiker Dietrich Wersich.

Seit 1903 war die ehemalige Villa ein Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde im Grindel-Viertel. Es gab zwei Festsäle, ein koscheres Restaurant, den Logensaal, eine Bibliothek, Verwaltungs-, Unterrichts- und Begegnungsräume. Seit 1941 diente das Haus den Nationalsozialisten als Proviant- und Versorgungsstelle für die einsetzenden Deportationen. Am 11. Juli 1942 wurde es selbst Sammelstätte für einen der Hamburger Transporte nach Auschwitz. Nach Kriegsende 1945 hatte die Jüdin Ida Ehre die Bühne wieder eröffnet, die sie bis zu ihrem Tod 1989 leitete.

dpa/lno

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