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Kultur im Norden Harry Potters zauberhafte Revolution
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18:10 30.07.2018
Hamburg

Das Buch kam ein Jahr nach dem englischen Original in die hiesigen Läden. Zwei Jahrzehnte später sind 34 Millionen deutsche Exemplare verkauft. „Harry Potter ist für Carlsen auch heute noch außergewöhnlich und in der Buchbranche einzigartig“, sagt Verlagschefin Renate Herre. „Das wird es so wohl nie wieder geben.“

Emer O’Sullivan, Professorin für englische Literaturwissenschaft an der Lüneburger Leuphana Universität, trifft die „privilegierte Generation, die mit der Reihe groß geworden ist, die bis zum nächsten Band warten und mitfiebern musste“, in ihren Seminaren. Für sie habe „Harry Potter“ eine Art moderner Mythologie begründet. Es gehe nicht nur um „Gut gegen Böse“, Rowling taste sich auch an weitere ethische Fragen heran. Prägend war der Welterfolg zudem für die Kinder- und Jugendliteratur, die enorm aufgewertet wurde. Er löste nicht nur einen neuen Fantasyboom aus, es erschienen danach mehr Reihen und mehr Bücher für junge wie erwachsene Leser gleichermaßen. Auf dem deutschsprachigen Markt trug der Übersetzer Klaus Fritz zum Erfolg bei. „Die Übersetzer bekamen meistens nur ganz wenig Zeit. Aber auch für seine sprachlichen Einfälle gebührt ihm ganz großes Lob“, sagt O’Sullivan.

In Deutschland lehnten viele Verleger das Buch ab. Der Hamburger Klaus Humann, damaliger Chef des kleinen Carlsen Verlages mit 35 Mitarbeitern (heute 190), schlug zu. Zum Jubiläum veröffentlicht Carlsen am 31. August alle sieben Bände als Neuausgabe. Im Herbst kommt der zweite Film des Spinoffs „Phantastische Tierwesen“ in die Kinos und 2020 „Harry Potter und das verwunschene Kind“ in Hamburg auf die Theaterbühne. Zum Jubiläum richtete der Verlag die Webseite „20 Years Of Magic“ ein, auf der Fans ihre schönsten Erlebnisse mit Potters Welt erzählen können. „Ich weiß noch, wie ich am Fenster gestanden und auf den Briefträger gewartet habe“, schreibt dort eine Cathrin.

LN

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