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Kultur im Norden Hartmut Haenchen dirigiert den „Parsifal“
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18:18 06.07.2016
Er dirigierte auch schon beim SHMF: Hartmut Haenchen 2009 mit dem Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach. Quelle: Lothar Kullack

. Nach dem überraschenden Rückzug des lettischen Dirigenten Andris Nelsons (37) haben die Bayreuther Richard-Wagner- Festspiele schnell die Lücke geschlossen. Hartmut Haenchen (73) wird nun die diesjährigen Festspiele am 25. Juli mit dem „Parsifal“ eröffnen.

„Die Festspielleitung freut sich sehr, dass es gelungen ist, mit Hartmut Haenchen einen ebenso spannenden Künstler wie leidenschaftlichen Musiker zu gewinnen, dem das Werk Wagners in ganz besonderem Maße vertraut ist“, teilte Festspielsprecher Peter Emmerich mit. Festspielleiterin Katharina Wagner, Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, sagte: „Ich bin Maestro Haenchen sehr dankbar, dass er sich kurzfristig bereit erklärte, das Dirigat der Neuproduktion zu übernehmen.“

Das Bayreuth-Angebot hat Haenchen im Urlaub in Ahrenshoop an der Ostsee erreicht. „Erst hat das Management angerufen, dann Katharina Wagner persönlich“, sagte der Maestro gestern. „Mit den zwei Orchesterproben, die noch übrig sind, werde ich keine Welten bewegen können.“ Aber er hoffe trotzdem „neue Aspekte zu bringen“.

Harmut Haenchen, gebürtiger Dresdner und ehemaliger Chefdirigent der Staatskapelle Schwerin, gilt als versierter Wagner-Interpret. Zu DDR-Zeiten hat er schon den „Parsifal“ dirigiert. Zum Teil waren damals aber szenische Aufführungen verboten und nur konzertante Aufführungen erlaubt.

Erst Ende Juni war Nelsons’ Abgang bekanntgeworden, sein Vertrag wurde auf seinen eigenen Wunsch aufgelöst. Die genauen Gründe für die Trennung wurden nicht bekannt, angeblich soll eine ständige Einmischung des musikalischen Leiters Christian Thielemann in die Arbeit von Nelsons eine Rolle gespielt haben. Thielemann selbst hatte dies bestritten. Der erneute Zwist auf dem Grünen Hügel hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt, überraschend schnell konnte die Nachfolge geklärt werden – und somit heißt es jetzt erst einmal wieder „Vorhang zu“.

LN

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