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Hausarrest für Regisseur

Moskau Hausarrest für Regisseur

Staatsanwaltschaft fordert Festsetzung von Theatermann Kirill Serebrennikow.

Moskau. . Nach der Festnahme des international namhaften russischen Regisseurs Kirill Serebrennikow hat ein Moskauer Haftrichter Hausarrest gegen den 47 Jahre alten Russen verhängt. Die Maßnahme gelte vorerst bis zum 19. Oktober. Serebrennikow dürfe in der Zeit kein Theater besuchen und auch keine Filme drehen. Das Staatliche Ermittlungskomitee wirft Serebrennikow vor, 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) staatlicher Gelder unterschlagen zu haben. Der Theatermann wies vor dem Richter alle Vorwürfe zurück und verlangte seine Freilassung. Die Festnahme des regierungskritischen Künstlers ist international kritisiert worden. Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, äußerte sich besorgt.

 

LN-Bild

Kirill Serebrennikow bei der Anhörung vor einem Gericht in Moskau.

Quelle: Foto: Dpa

Die Verteidigung hatte beantragt, Serebrennikow gegen eine Kaution in Höhe des angeblichen Schadens auf freien Fuß zu setzen. „Hausarrest ist eine unbegründet harte Maßnahme, die es mir nicht erlaubt, meine Arbeit fortzusetzen“, sagte der Regisseur. Er war am Dienstag in St. Petersburg während der Dreharbeiten zu einem Film festgenommen worden. Im Gerichtssaal riefen Zuschauer: „Lasst Kirill frei!“, draußen protestierten zahlreiche Menschen. Russische Kulturschaffende erklärten sich bereit, für Serebrennikow zu bürgen, darunter auch die Witwe des Literaturnobelpreisträgers Alexander Solschenizyn, Natalja Solschenizyna.

In Stuttgart soll der 47-Jährige ab September die Märchenoper „Hänsel und Gretel“ inszenieren.

LN

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