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Kultur im Norden Helden in Strumpfhosen
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18:15 09.11.2013
Grevesmühlen

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Für Eleganz dürfte ähnliches gelten. Und gerade weil das Männerballett des Grevesmühlener Carnevals Club aus ästhetischer Sicht die Gemüter spalten dürfte, sind die elf Herren, die derzeit der Tanzgruppe angehören, mehr als zu Recht Helden in Strumpfhosen. Auch im Landkreis Nordwestmecklenburg, fernab der Karnevalshochburgen des Rhein-Main-Gebietes, beginnt am Montag die fünfte Jahreszeit. Ab sofort regieren die Närrinnen und Narren das Land. Die Karnevalssaison hat begonnen.

„Sommer, Sonne, Sonnenbrand — Der GCC am Badestrand“ heißt das Motto des diesjährigen Programms, das erstmals am Sonnabend, 23. November, im Grevesmühlener G-Haus anlässlich der Carnevalseröffnung gezeigt wird. Zu den Höhepunkten der Show gehört einmal mehr auch der Auftritt des Männerballetts.

Und damit das Publikum — vor allem die Damenwelt — wieder ordentlich was zu bejubeln hat, wird seit August kräftig geprobt. Zweimal pro Woche treffen sich die 19 bis 49 Jahre alten Herren. Drei neue Mitglieder durfte das Männerballett in diesem Jahr begrüßen, darunter sogar ein professioneller Animateur. „Es gehört schon Mut dazu. Aber jeder von uns ist mit Herzblut bei der Sache und hat seinen Spaß dabei“, sagt René Fiske, Co-Trainer der Gruppe.

Geleitet wird das Männerballett von einer Frau. Anika Dutschke gibt dem fünfminütigen Programm den letzten Schliff. „Unser Männerballett zeichnet sich vor allem durch seine Vielseitigkeit und Offenheit aus“, sagt die 27-Jährige. Im Internet suchen sich die Männer Anregungen für Kostüme und Tanzschritte. Nachdem zunächst der grobe, rote Faden festgelegt wird an den einzelnen Schritten gefeilt.

An diesem Nachmittag im Foyer der Grevesmühlener Mehrzweckhalle kann sich das bisher Einstudierte bereits durchaus sehen lassen. Jeder kennt seinen Platz in der Reihe, die Schritte sitzen, elegant werden die Arme in die Luft geworfen. Einzig an der Synchronizität müssen die Herren noch arbeiten.

Noch jedoch fehlt der bunte Pep. Noch hüpfen die Männer in Schlabberhosen und Sportschuhen durch die Halle. Das wird sich ändern. „Aber im Vorfeld werden die Kostüme nicht verraten“, sagt Anika Dutschke. Sicher ist, dass auch in diesem Jahr viel nackte Männerhaut zu sehen sein wird.

Doch wie fühlt es sich an, in Frauenkleidung auf der Bühne vor Publikum zu tanzen? „In dem Moment ist das Lampenfieber weg. Da macht jeder, was er wochenlang geübt hat“, sagt René Fiske, der jedoch eingesteht, dass ihre Trainerin ihnen doch das ab und zu einen kleinen Schubs geben muss. Vor allem wenn es um das Weniger an Bekleidung geht. „Einige machen sogar eine kleine Diät, um ihre Bühnenfigur zu erreichen“, verrät Trainerin Anika Dutschke. Und gegen das Lampenfieber hat sie auch ein Mittel parat. Dutschke: „Vor dem Auftritt gibt es für alle einen kleinen Motivationsschnaps.“

Na denn: „Scharp vör“

Robert Niemeyer

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