Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° stark bewölkt

Navigation:
Hengelbrock dirigiert Mahlers 9. Sinfonie

Lübeck Hengelbrock dirigiert Mahlers 9. Sinfonie

Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester führen am kommenden Freitag um 19.30 Uhr in der MuK die 9. Sinfonie von Gustav Mahler auf. Sie ist das letzte vollendete Werk des Komponisten. Entstanden ist die 9. Sinfonie zwischen 1909 und 1910 vor allem in Toblach (Südtirol).

Voriger Artikel
Existenzialismus und das Fremde in uns
Nächster Artikel
JUNGE TALENTE

Thomas Hengelbrock, Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Quelle: Foto: D. Bockwoldt/dpa

Lübeck. Theodor Wiesengrund Adorno nannte Mahlers 9. Sinfonie einst „das erste Werk der neuen Musik“. Eine zutreffende Beschreibung, denn nach dieser Sinfonie gab es kein Zurück mehr. Alles was später kam, etwa die Zwölftonmusik, ist in diesem visionären Werk mit seiner kühnen Harmonik bereits angedeutet.

Rein formal besteht die Sinfonie aus vier Sätzen, der erste steht in D-Dur, der letzte in Des-Dur. Eine eindeutige harmonische Zuschreibung ist also nicht möglich. Ungewöhnlich ist auch, dass die Ecksätze langsame Sätze sind. Im ersten Satz findet sich eines der berühmten Mahler’schen „Zusammenbruchfelder“, die man als Voraussagen der Verheerungen des 20. Jahrhunderts interpretiert hat. Was stimmt ist, dass Mahler in die Reinschrift dieses Satzes die Worte „Lebe wohl“ geschrieben hat. Inhaltlich steht dieses Werk ganz im Zeichen von Tod und Abschied – seine 10. Sinfonie konnte der todkranke Mahler nicht mehr vollenden.

Die 9. Sinfonie mit all ihren grotesken und überraschenden Wendungen gehört zu den bedeutendsten Werken dieser Gattung im 20. Jahrhundert. Bei der Uraufführung 1912 – ein Jahr nach Mahlers Tod – reagierte das Publikum zurückhaltend. Heute aber sind emotionale Kraft und visionäre Energie des Werkes anerkannt.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden