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Kultur im Norden Hockney kommt zur Frankfurter Buchmesse
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18:12 16.09.2016

. Die Frankfurter Buchmesse will in diesem Jahr den Blick auf die politisch-kulturelle Krise in Europa richten. Zugleich soll mit einem neuen Schwerpunkt das Geschäftsfeld um den Bereich Kunst erweitert werden. Dies kündigte Buchmesse-Chef Juergen Boos an.

Vom 19. bis 23. Oktober rechnet die weltgrößte Bücherschau, die sich als übergreifende Medienmesse versteht, erneut mit mehr als 7000 Ausstellern aus rund 100 Ländern. Insgesamt werden an den fünf Tagen rund 300000 Menschen erwartet. Rund 4000 Veranstaltungen mit Hunderten von Autoren in und außerhalb der Messe sind geplant.

Dabei solle es auch um das bedrohte „Projekt Europa“ gehen, wie Boos sagte. Zu Diskussionen über die Ideale und die Realität des Kontinents sind unter anderen der algerische Schriftsteller und Friedenspreisträger Boualem Sansal, der Politologe Herfried Münkler, der Historiker Ian Kershaw und der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit eingeladen.

Der Blick werde aber auch auf die Gefahren für die Meinungsfreiheit in der Türkei, Polen und Ungarn gerichtet. Erwartet werden unter anderem die in ihrer Heimat gegängelten Autoren Boualem Sansal (Algerien), der 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, und Elif Shafak (Türkei). Ehrengast sind in diesem Jahr die Niederlande und Flandern. Die Autoren des gemeinsamen Sprachraums sorgen für einen Rekord: Rund 430 Neuerscheinungen in 130 Verlagen sind auf Deutsch angekündigt. Erwartet werden aus dem Gastland unter anderem Leon de Winter, Connie Palmen und Margriet de Moor.

Mit der Sonderschau „The Arts+“ macht die Messe die Veränderungen an der Schnittstelle zwischen Kunst/Mode und Buchmarkt in der „Kreativindustrie“ zum Thema. Erstmals sind große Museen wie das New Yorker Moma auf der Messe dabei. Der britische Maler und Multimediakünstler David Hockney will zum Auftakt sprechen und sein neues Buch vorstellen.

Großbritannien selbst ist auf der Messe aber schwächer vertreten als früher. Dies sei weniger auf den Brexit als auf Verschiebungen im angelsächsischen Markt zurückzuführen, wie Boos sagte. Ebenfalls nicht kommen werden Bahrein, Kuwait und Saudi-Arabien aufgrund der Öl-Krise und der „politisch verhärteten Situation“. Zugesagt hat dafür der Iran, der im vergangenen Jahr wegen des Auftritts von Salman Rushdie der Messe ferngeblieben war. Rushdie hatte in Frankfurt ein flammendes Plädoyer für die Meinungsfreiheit gehalten.

LN

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