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Hölle, Hölle, Hölle - „Wolle“ wird 65

Hennef Hölle, Hölle, Hölle - „Wolle“ wird 65

Vor zehn Jahren ging Wolfgang Petry in Rente – und tauchte ab. Doch der „Wahnsinn“ geht weiter. Heute feiert er 65. Geburtstag, und sein Sohn Achim tritt in seine Fußstapfen. „Wolle“ Petry selbst lebt weiterhin abgeschottet.

Der Schlagersänger Wolfgang Petry (r) tritt am 7.11.1998 mit seinem Sohn Achim von der Pop-Gruppe Trademark während der Generalprobe der Superhitparade zugunsten der Deutschen Welthungerhilfe in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen auf.

Quelle: dpa

Hennef. Wallemähne, Schnurrbart, Karohemd, Freundschaftsarmbänder – mehr als 30 Jahre waren das seine Markenzeichen. 2006 war dann Schluss. Wolfgang Petry wollte einfach nur noch Franz Hubert Wolfgang Remling sein, sich um seine Frau Rosie und die Enkel kümmern. Die Karriere wurde beendet, die Wolle kam ab.

"Ich habe für mein Leben festgelegt, in Würde abzutreten, und die Zeit ist für mich gekommen. Mein Weg ist hier beendet, egal wie weh mir das tut.“ Wolfgang Petry im Jahr 2006. Heute lebt der Sänger zurückgezogen und ist kaum noch wiederzuerkennen.

Bis heute meidet der Sänger die Öffentlichkeit. Sohn Achim tritt inzwischen mit den Hits auf. Den 65. Geburtstag seines Vaters heute hätte er fast vergessen. „Der Vatter“ feiere nicht gerne, sagt er entschuldigend.

Comeback ausgeschlossen

„Der Vatter“, wie ihn der 42-jährige Achim in rheinischem Singsang nennt, hat es nach seinem Rückzug acht Jahre ohne Musik ausgehalten, dann brachte er ein neues Album heraus. „Verlieben, verloren, vergessen, verzeihen“, „Weiß der Geier“, „Du bist ein Wunder“ – alte Hits, neu arrangiert. Zwei weitere sind mittlerweile dazugekommen, eins sogar mit neuen Songs. Die Bühne meidet „Wolle“ aber weiter. Als „Phantom des Schlagers“ wurde er in den Medien bereits bezeichnet.

Wolfgang Petry ist heute kaum noch wiederzuerkennen.

Wolfgang Petry ist heute kaum noch wiederzuerkennen.

Quelle:

Comeback ausgeschlossen? „Die Platten sind ja schon 50 Prozent Rückkehr. Bis vor zwei Jahren war ich noch davon überzeugt, dass er selbst das nicht mehr macht“, sagt Achim Petry.

„Ich habe für mein Leben festgelegt, in Würde abzutreten, und die Zeit ist für mich gekommen. Mein Weg ist hier beendet, egal wie weh mir das tut“, verkündete Wolfgang Petry 2006 bei Moderator Dieter Thomas Heck. Der Schock bei den Fans war groß. Mit seinen mehr als 18 Millionen verkauften Platten zählt „Wolle“ zu den erfolgreichsten Künstlern Deutschlands. Zehn Mal erhielt er die Goldene Stimmgabel. Seine Hits sind ein Stimmungsgarant für jede Party in jeder Altersklasse. „Hölle, Hölle, Hölle“ rufen und Discofox dazu tanzen – das kann fast jeder.

Die meisten Fans hat er angeblich im Ruhrgebiet – kein Wunder. Schließlich singt er in seiner gleichnamigen Hymne an die Ruhrgebietler: „Euer Herz ist aus Gold, Eure Seele aus Stahl.“

Wer Wolfgang Petry heute begegnet – in Hennef bei Bonn, wo er zu Hause ist – oder auf seinen zahlreichen Reisen, hat einen drahtigen Mann mit kurzem graumeliertem Haar vor sich. Ohne „Schnörres“ (Schnurrbart) – kaum wiederzuerkennen der einstige Schlagerstar. Fotos lehnt er ab. „Ich fühle mich nicht mehr als öffentliche Person, also braucht auch keiner ein neues Bild von mir!“, sagte er vor zwei Jahren in einem Interview.

Er treibt viel Sport, achtet auf seine Ernährung, isst kaum noch Fleisch. In seinem neuen Song „Pflicht“ heißt es: „Ich möchte keinem ’was beweisen! Das hab’ ich schon früher nicht getan. . . Habe ich mich auch verändert: Sagt, wer tut das nicht? Ich bin noch immer ,Wolle’ Petry und ich scheiße auf die Pflicht!“ „Er hat keinen Imagewandel hinter sich. So war er ja schon immer“, sagt Petry Junior über seinen Vater. „Inzwischen hat er sich nur ein paar Freiheiten herausgenommen.“

Er habe kein Handy, braucht keine Kreditkarte – alltägliche Dinge, ohne die die meisten Menschen gar nicht leben könnten. Täglich würden außerdem mindestens vier Stunden Sport auf dem Programm stehen: „Ich kenne keinen Sechzigjährigen, der einen Sixpack hat wie er“, sagte der Petry-Sohn der „Bild“-Zeitung.

Der gebürtige Kölner Franz Hubert Wolfgang Remling musste schon früh zu Hause Verantwortung übernehmen. Sein Vater starb, als er 16 Jahre alt war, der Bruder ist noch um einiges jünger.

Noch während der Schulzeit gründete Wolfgang eine Band, machte dann eine Ausbildung zum Feinmechaniker. Mit seiner Debütsingle „Sommer in der Stadt“ schaffte er es 1976 in die ZDF-Hitparade und landete hinter Jürgen Drews' „Ein Bett im Kornfeld“ auf Platz Zwei. Mit „Wahnsinn“ ging es 1983 steil nach oben, 1991 dann der Ohrwurm „Verlieben, verloren, vergessen, verzeihen.“ Für Sohn Achim sind das „zeitlose Nummern, die immer noch gut funktionieren“.

Und was sagt „der Vatter“ dazu, dass Junior mit seinen Hits auftritt? „Wenn er das nicht gut finden würde, hätte er längst Veto eingelegt“, ist sich Achim sicher. „Und ganz ehrlich: Immer der Partylöwe zu sein, das nimmt einem auch mit 65 keiner mehr ab.“

LN

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