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Hohe Dosis ungarischer Operette

Lübeck Hohe Dosis ungarischer Operette

Will man nach Varazdin, solange noch die Rosen blüh’n, um dort die Julischka aus Budapest, den Zigeunerbaron, den Zigeunerprimas, oder die Gräfin Mariza zu treffen, ...

Lübeck. Will man nach Varazdin, solange noch die Rosen blüh’n, um dort die Julischka aus Budapest, den Zigeunerbaron, den Zigeunerprimas, oder die Gräfin Mariza zu treffen, dann hat man einen weiten Weg vor sich. Man kann aber auch eine Abkürzung nehmen und sich in die Aula des Lübecker Johanneums begeben. Dort hatte am Freitag die Operetten-Revue „Ungarische Rhapsodie“ Premiere, die Michael P. Schulz in Szene gesetzt hat.

Drei Stunden dauert dieser Abend, Schulz ist es gelungen, in diesen 180 Minuten sage und schreibe 67 Nummern unterzubringen. Das ist eine klare Überdosis an Zigeuner-Moll, aber das Publikum war dennoch begeistert. Auf jeden Fall konnte man hören, was man aus dem Bereich der ungarischen Operette kennen sollte, kennen könnte oder auch nicht zu kennen braucht. Denn die Machart der Lieder, Couplets und Ensembles von Emmerich Kálmán, Franz Lehár oder Robert Stolz – um nur einige der Komponisten des Abends zu nennen – ist doch recht ähnlich, nach spätestens zwei Stunden setzte ein gewisser Abnutzungseffekt ein.

Das lag nicht an den von Sarah Schneider choreografierten Ballett-Szenen, auch das Kinderballett des VfL Bad Schwarteu tanzte ganz allerliebst. Es lag an der Machart der Musik. Man kennt diese Nummern, von Johann Strauß’ „Klänge der Heimat“ bis zum Alexandras „Zigeunerjunge“, sie wieder zu hören, macht dennoch Laune.

Gesanglich waren vor allem bewährte Kräfte der Sommeroperette im Einsatz. Mona Hermes, Dorotea Makulec, Sonja Pisker und Jana Thomas waren ein überzeugendes Damen- Quartett, bei den Herren hatten Nico Cornehl und Felix Müller Probleme, das Niveau von Thomas Herberich und Pawel Wytrazek zu erreichen. Als Begleiter waren Insa Bernds am Klavier und der Geiger Jan Baruschke eine sichere Bank.

Fel

Nächste Aufführung: heute um 15 Uhr.

LN

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