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Kultur im Norden Hohe Ehre in Lübeck für Klaus Fußmann und Katja Benrath
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21:17 14.11.2018
Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein für die Filmemacherin Katja Benrath und den Maler Klaus. Im Hintergrund Ministerpräsident Daniel Günther und Kulturministerin Karin Prien. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Es sind Bilder, die man nicht vergisst, die diese beiden so unterschiedlichen Künstler erschaffen. Farbintensive nordische Landschaften, Blumen, Porträts mit dicker Farbe expressiv auf die Leinwand gebracht von Klaus Fußmann.

Ein Bus an der Grenze im Norden Kenias, der von islamistischen Terroristen überfallen wird. Christen und Muslime sollen sich getrennt aufstellen, doch sie weigern sich. Eindringliche Bilder von Mut und Solidarität aus Katja Benraths Kurzfilm „Watu Wote“. Am Mittwochabend wurden der Maler mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 20 000 Euro geehrt, die Filmemacherin erhielt den Förderpreis in Höhe von 5000 Euro.

Erstmals in der Lübecker Kulturwerft Gollan

Erstmals bot die Lübecker Kulturwerft Gollan die Industriecharme-Kulisse für das Event, zu dem gestern Abend etwa 300 Kulturschaffende des Landes gekommen waren. „Klaus Fußmann und Katja Benrath sind zwei außergewöhnlich begabte Künstler aus Schleswig-Holstein. Ihre Kunst berührt und geht uns nahe“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Ein wichtiges Kriterium für den Kunstpreis sei die Verbundenheit mit Schleswig-Holstein. Das treffe vor allem auf Klaus Fußmann zu. Sein Wirken und viele seiner Bilder seien maßgeblich von der Landschaft im Norden geprägt, vor allem Motive seiner Wahl-Heimat Gelting und der Umgebung. Laudator und Fußmann-Freund Heinz Spielmann, Landesmuseumsdirektor a.D, würdigte Fußmann als „den bedeutendsten zeitgenössischen Landschaftsmaler“, der unbeirrt seinem Stil treu geblieben sei. Fußmann , der im Winter in Berlin und im Sommer in der Nähe von Gelting lebt und malt, gilt als Vater der Pleinair-Malerei im Norden. Zu seinem 80. Geburtstag in diesem Jahr wurden ihm zahlreiche Ausstellungen gewidmet, unter anderem im Schloss Gottorf und im Barberini-Museum Potsdam.

„Ich war der absolute Außenseiter“

So leuchtend und malerisch seine heutigen Bilder sind, so zurückgenommen und grau waren seine Großstadt-Studien am Beginn seiner Karriere in den 1970er Jahren. Als er mit seiner Frau Ende der 1970er Jahre das Sommerhaus im Norden bezog, kamen Farben ins Spiel. „Ich war der absolute Außenseiter mit meiner Landschaftsmalerei, das war völlig gegen den Zeitgeist. Aber dem bin ich nie hinterhergelaufen. Ich wollte eine literarische Welt schaffen, eine Geschichte erzählen“, sagte Fußmann einmal im LN-Interview.

Nominiert für den Oscar

Geschichten erzählen, das ist auch die große Leidenschaft von Katja Benrath. Die 39-Jährige ist in Lübeck aufgewachsen, hat in Wien Schauspiel und Gesang studiert, an der Hamburger Media School einen Masterabschluss gemacht – und hat schon fast die höchste Auszeichnung für eine Filmemacherin erreicht: einen Oscar. Genauer gesagt, im vergangenen Jahr erhielt sie den Studenten-Oscar in Gold für ihren Kurzfilm „Watu Wote“, war mit dem film auch nominiert für den „richtigen“ Oscar. In diesem Jahr wurde sie in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt. Ein Zusammenschnitt von sechs ihrer Kurzfilme berührte die Gäste. Laudator Adrian Kutter, Intendant der Biberacher Filmfestspiele, wusste auch, warum. „Katja blickt tief in die Seelen und Herzen der Menschen.“ Bisher habe sie vorwiegend ernste Themen verfilmt, doch im kommenden Jahr dürfen wir uns auch eine Komödie freuen, verriet Daniel Günther. Um über neue Projekte zu reden gab es nach der Preisverleihung beim Empfang Gelegenheit.

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Petra Haase

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